Berlin (dpa) - Angela Merkel nimmt heute die Rettung von Opel selbst in die Hand. Die Kanzlerin will mit den Ministerpräsidenten der betroffenen Bundesländer nach einer Lösung für die angefragte Milliarden-Unterstützung suchen.

Am Mittwoch hatte Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) eine Bundesbürgschaft für den Autobauer strikt abgelehnt. Merkel (CDU) ging kurz darauf auf Konfrontationskurs zu Brüderle und kündigte an, dass «das letzte Wort noch nicht gesprochen» sei.

Die Bundeskanzlerin trifft sich nun am Nachmittag mit den Ministerpräsidenten der vier Opel-Länder Hessen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Rheinland-Pfalz. Wie genau eine Lösung aussehen könnte, ist bisher offen.

Opel wollte aus dem staatlichen Deutschlandfonds für Opfer der aktuellen Finanzkrise eine Bürgschaft erhalten. Es ging zuletzt um rund 1,1 Milliarden Euro von Bund und Ländern.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa sind jetzt Hilfen der Europäischen Investitionsbank (EIB) für Opel im Gespräch. Aber auch hier müsste der Staat bürgen. EIB-Hilfen könnte Opel zudem nur eingeschränkt nutzen, weil sie mit Auflagen verbunden sind.

Eine andere Möglichkeit wäre, dass die Bundesländer sich stärker an Hilfen für Opel beteiligen als bisher geplant. Den Hauptanteil sollte nach bisherigen Informationen der Bund mit knapp 46 Prozent übernehmen, gefolgt von Hessen (29,19 Prozent), Nordrhein-Westfalen (7,11), Rheinland-Pfalz (5,61) und Thüringen (2,47 Prozent).

Merkel sagte: «Ich werde in den Gesprächen mit den Ministerpräsidenten alles tun, damit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich sehr für den Erhalt von Opel eingesetzt haben, die möglichen Hilfen und Unterstützung bekommen, die uns zur Verfügung stehen.»