Dresden/Berlin (dpa) - Eine neue Website «hass-im-netz.info» klärt ab sofort über rechtsextreme Umtriebe im Internet auf. Die länderübergreifende Stelle «jugendschutz.net» habe 2009 mehr als 90 neonazistische Netzwerke dokumentiert.

Das teilte das auch für Jugend zuständige sächsische Sozialministerium am Dienstag in Dresden mit. Damit habe sich deren Zahl innerhalb eines Jahre mehr als verdoppelt. Neonazis würden sich im Netz verstärkt in szeneeigenen Communities vernetzen, um sich ungestört auszutauschen und rassistische Aktionen vorzubereiten, hieß es.

«Betreiber von Internet-Communities oder Portalen müssen Vorsorge treffen, dass ihre Plattformen nicht von Rechtsextremen missbraucht werden», forderte Sachsen Jugendministerin Christine Clauß (CDU). «Alle müssen ihren Teil der Verantwortung übernehmen. Nur dann kann das Internet sein Potenzial als freiheitliches und demokratisches Medium entfalten.»

Die Website solle Jugendliche zudem ermutigen, sich gegen Rechtsextremismus im Netz zu engagieren. «jugendschutz.net» unterstützt die Bundesländer und die Kommission für Jugendmedienschutz als Internetaufsicht.

Als Reaktion auf die verstärkte Präsenz von Neonazis im Internet hatte schon im März die Online-Beratung gegen Rechtsextremismus ihre Bemühungen verstärkt. Sie informiert seitdem auch bei YouTube, Facebook und Twitter über Gefahren des Rechtsextremismus. «Gruppen aus dem rechtsextremen Spektrum nutzen immer häufiger das Internet, um Nachwuchs zu rekrutieren», begründete der Berliner Verein «Gegen Vergessen - für Demokratie» sein Engagement. Das Internet sei ein Ort des Anwerbens. Rechtsextreme Argumentationen seien dabei manchmal auf den ersten Blick als solche nicht zu erkennen.

Online-Beratung gegen Rechtsextremismus