Frankfurt/Main (dpa) - Es ist eine kleine Gruppe der Menschheit, doch ihr gilt naturgemäß die besondere Aufmerksamkeit der Finanzbranche. Rund 10 Millionen Menschen auf der Welt verfügten 2009 über ein Finanzvermögen von mehr als einer Million Dollar und suchen laufend nach lukrativen Anlagemöglichkeiten.

Die Reichen dieser Erde haben die Finanz- und Wirtschaftskrise bereits hinter sich gelassen, lautet das Ergebnis des 14. Weltwohlstandsbericht, den das Beratungsunternehmen Capgemini gemeinsam mit der US-Bank Merrill Lynch am Dienstag vorgelegt hat.

Danach ist vor allem wegen der steigenden Kurse an den Aktienmärkten die bloße Zahl der Dollarmillionäre im vergangenen Jahr um 17,1 Prozent auf 10 Millionen Menschen gewachsen. Das Vermögen dieser nun wieder größeren Gruppe wuchs laut Studie um 18,9 Prozent auf 39 Billionen Dollar (31,5 Billionen Euro). Davon ließen sich die Staatsschulden der Eurozone etwa fünf Mal begleichen.

Überdurchschnittlich profitiert haben laut Studie die rund 93 000 Superreichen mit jeweils mehr als 30 Millionen Dollar Finanzvermögen. Diese Gruppe kontrollierte 2009 zusammen 35,5 Prozent des Gesamtvermögens der Millionäre, obwohl sie nicht einmal ein Prozent der Gesamtzahl ausmachten.

Die meisten Neu-Millionäre kamen aus dem asiatisch-pazifischen Raum mit seinen dynamischen Volkswirtschaften. In China, Indien und Co. wuchs die Zahl der Millionäre innerhalb eines Jahres um 25,8 Prozent auf rund 3 Millionen und überflügelte damit erstmals den alten Kontinent Europa, wie die Analysten berichteten.

Geradezu behäbig wirkt dagegen die Entwicklung in Deutschland mit einem Zuwachs von etwas mehr als 50 000 Neu-Millionären auf 861 500. Doch hier waren auch die Einbrüche im Vorjahr weniger stark: Nach den USA und Japan hat die größte Volkswirtschaft der EU die meisten Millionäre hervorgebracht.

Das gilt nach Recherchen des Magazins Forbes allerdings nicht für die weltweit rund 1000 Dollar-Milliardäre: Auf der Liste findet sich mit Aldi-Besitzer Karl Albrecht nur ein Deutscher unter den Top-Ten. Die meisten Milliardäre leben laut Forbes in den USA, China und Russland. Auch in Indien gibt es etliche sehr große Vermögen, während der reichste Mann der Welt überraschenderweise aus Mexiko kommt: der Telekommunikations-Mogul Carlos Slim Helu.