Bochum (dpa) - Vier Wochen vor Beginn der Europameisterschaften haben die deutschen Leichtathletik-Asse bei der DLV-Gala in Bochum-Wattenscheid ganz starke «Duftmarken» gesetzt.

Bei der EM-Generalprobe im Lohrheidestadion überzeugten vor allem die schon bei der Berliner Heim-WM erfolgreichen Starter des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Hürdensprinterin Carolin Nytra sorgte im letzten Wettbewerb für den «Knaller»: Bei 1,7 Meter pro Sekunde Gegenwind blieb sie als Siegerin in 12,77 Sekunden 1/100 unter ihrer persönlichen Bestzeit. «Ich habe meine Technik weiter verbessert, dadurch kommt nun auch die Sicherheit und die gute Form», erklärte die WM-Halbfinalistin über 100 Meter Hürden vom Bremer LT.

Chef im Diskusring war erneut Robert Harting. Dass der Weltmeister aus Berlin schon längst in EM-Form ist, bekam diesmal auch sein großer Rivale Virgilijus Alekna zu spüren. Harting gewann mit ausgezeichneten 67,62 Metern; der zweimalige Olympiasieger, zweifache Weltmeister und Europameister aus Litauen musste sich gar mit Platz vier (63,73) begnügen.

Europameister Ralf Bartels verließ den Kugelstoßring wieder als Sieger. Der Neubrandenburger setzte sich mit 20,11 Metern vor seinem Chemnitzer Dauerrivalen David Storl (19,63) durch. Zwei Zentimeter fehlten Hochsprung-Siegerin Ariane Friedrich an ihrer besten Saisonleistung, 1,96 Meter reichten der WM-Dritten aus Frankfurt dennoch zum Sieg vor Vita Styopina aus der Ukraine (1,93). Die zwei Meter, an denen sie diesmal scheiterte, hebt sich Friedrich wohl für die Europameisterschaften in Barcelona (27. Juli bis 1. August) auf.

Stabhochspringerin Silke Spiegelburg reichte selbst die persönliche Bestmarke von 4,71 Meter nicht zum Sieg. Die Leverkusenerin musste sich der höhengleichen Russin Swetlana Feofanowa geschlagen geben, die weniger Versuche benötigte.

Die deutschen Sprinter haben die EM-Normen erneut verpasst. Tobias Unger (München) fehlten im 100-Meter-Finale als Viertem in 10,32 Sekunden erneut 2/100. «Es nervt langsam, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf», sagte er. Der Jamaikaner Mario Forsythe setzte sich in 10,17 Sekunden vor Ex-Weltmeister Kim Collins (10,20/St. Kitts & Nevis) durch. Bei den Frauen erfüllte 100-Meter-Siegerin Verena Sailer in 11,29 Sekunden schon zum zweiten Mal die Norm.

Vom Winde verweht wurden dagegen die starken 200-Meter-Zeiten der beiden Wattenscheider Sebastian Ernst und Alexander Kosenkow: Das Duo überzeugte zwar mit Saisonbestwerten von 20,48 bzw. 20,63 Sekunden (Norm: 20,65), doch der Wind blies um ganze 0,3 m/Sekunden zu stark.