Huntsville (dpa) - Transatlantischer Schulterschluss bei der Finanzmarktreform: US-Präsident Barack Obama macht sich beim G20-Gipfel für die Pläne seiner europäischen Partner stark, der Geldwirtschaft weltweit schärfere Spielregeln zu verpassen.

Wie auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will Obama eine Bankenabgabe durchsetzen. Allerdings gibt es unter den wichtigsten Volkswirtschaften der Erde (G20) auch erhebliche Widerstände dagegen.

Vor Beginn des G20-Gipfels am Samstag im kanadischen Toronto tagten die Staats- und Regierungschefs der führenden Industrienationen und Russlands (G8) im 220 Kilometer entfernten Huntsville. Sie erhöhten den politischen Druck auf Nordkorea und den Iran, deren Atomprogramme eine Gefahr für den Frieden seien.

Tausende Demonstranten versammelten sich in Toronto zu Protesten gegen den G20-Gipfel. 12 000 Polizisten schützten das Konferenzzentrum in der Innenstadt der Wirtschaftsmetropole. Es blieb zunächst weitgehend friedlich.

Die Spitzentreffen sind die größte Sicherheitsoperation in der Geschichte des Landes. Kanada lässt sich die Gipfel etwa 1,24 Milliarden kanadische Dollar kosten - etwa 970 Millionen Euro.

Auf dem Programm des G20-Gipfel stand zu Beginn ein Abendessen. Themen waren - wie schon beim G8 - die Wirtschaftspolitik nach dem schweren Konjunktureinbruch und eine Reform der Finanzmärkte.

Schon innerhalb der G8 gab es Streit über den richtigen Weg aus der Wirtschaftskrise. Die USA und Europa fanden hier kein gemeinsames Rezept. US-Präsident Barack Obama verteidigte seine Politik staatlicher Konjunkturpakete auch auf Pump. Die Europäer beharrten auf ihrem Weg, vor allem die Verschuldung bremsen zu wollen.