Frankfurt/Main/Bonn (dpa) - Post-Chef Frank Appel schließt eine Erhöhung des Briefportos für Privatkunden mittelfristig nicht aus. Die Politik müsse sich fragen, «ob die anstehende Neuregelung im Jahre 2012 nicht flexibler und an den tatsächlichen Marktgegebenheiten ausgerichtet sein sollte».

Das sagte Appel der «Frankfurter Rundschau». Bislang darf das Porto erst bei einer hohen Inflation steigen. «Heute wirft der Briefträger statt zwei nur noch einen Brief ein. Das kostet uns Geld», sagte Appel und verwies damit auf das veränderte Kommunikationsverhalten der Kunden und sinkende Zahlen im Briefgeschäft.

Die Zustellung an sechs Tagen in der Woche wird es nach Worten des Post-Chefs weiterhin geben. «Die Frage ist allerdings, wo liegt der Kundennutzen? Wenn sie heute in ihren Briefkasten schauen, ist montags kaum Post drin, weil alles schon am Samstag da ist.» Zugleich verwies er auf ein «interessantes Modell», das in Dänemark ausprobiert werde: «Die Werbe- und Infopost wird so lange zurückgehalten, bis ein normal bezahlter Brief zuzustellen ist, zum Beispiel ein privater Brief oder Versicherungsschreiben. Dann erst kommt der Postbote.» Derzeit gebe es aber hierzulande keine Pläne, an der Sechs-Tage-Zustellung etwas zu ändern.

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