Washington/New York (dpa) - Für Goldman Sachs kommt es knüppeldick: Nicht nur, dass die US-Investmentbank im Verdacht steht, ihre eigenen Kunden hinters Licht geführt zu haben.

Jetzt muss sie sich auch noch den Vorwurf gefallen lassen, Mitschuld daran zu tragen, dass Anleger eines betrügerischen Hedgefonds viel Geld verloren haben. Die US-amerikanische Finanzmarkt-Regulierungsbehörde verdonnerte Goldman Sachs dazu, knapp 20,6 Millionen Dollar an die Geschädigten der 2005 zusammengebrochenen Bayou Group zu zahlen.

Die Bank hatte für Bayou einen Teil der Geschäfte abgewickelt. Goldman Sachs habe die Anzeichen für kriminelle Machenschaften bei dem Partner ignoriert, begründete die Behörde ihr Vorgehen.

Es sei das erste Mal, dass eine Bank für ihre Rolle als Mittelsmann in einem solchen Fall zur Rechenschaft gezogen werde, schrieb die «New York Times» am Freitag. Der Hedgefonds hatte die Verluste aus seinen riskanten Anlagen verschleiert und seinen Investoren Gewinne vorgetäuscht. Goldman Sachs, so der Vorwurf, habe Zugang zu den Handelsaufzeichnungen gehabt und hätte deshalb hellhörig werden müssen.

Hedgefonds-Gründer Samuel Israel sitzt für 20 Jahre hinter Gittern. Nach Angaben des «Wall Street Journal» (Samstag) hat er seine Investoren in dem lange zurückliegenden Fall um mehr als 400 Millionen Dollar betrogen. Goldman Sachs soll seine Anleger zu Zeiten der Finanzkrise um mehr als 1 Milliarde Dollar gebracht haben. Die Börsenaufsicht SEC hatte deswegen im April Klage eingereicht.