Toronto (dpa) - Klare Warnung von US-Präsident Barack Obama zum Abschluss des G20-Gipfels an Exportnationen wie Deutschland: Die USA sind nicht länger bereit, durch ihre hohen Importe als Motor für die Weltkonjunktur zu dienen.

«Nach Jahren zu hoher Schuldenaufnahme können und wollen die Amerikaner nicht länger den Weg der Welt zu anhaltenden Wohlstand mit Schuldenmachen erkaufen», sagte er am Sonntagabend im kanadischen Toronto. «Keine Nation sollte davon ausgehen, dass ihr Weg zu Wohlstand über Exporte nach Amerika verläuft.» Er verwies auf die Pläne Washingtons, die US-Exporte kräftig zu steigern.

Obama zeigte sich zufrieden mit den Ergebnissen des Gipfels. Den europäisch-amerikanischen Konflikt vor dem Treffen über die richtige Wirtschaftsstrategie spielte er herunter.

Erneut mahnte er mehr Wachstum an, äußerte aber auch für die Sparpolitik der Europäer Verständnis. Jedes Land habe eigene Bedingungen und Interessen. Ausdrücklich nannte er etwa Deutschland ausgeprägten Willen zur Etatkonsolidierung.

Der Gipfel in Toronto habe aber gezeigt: «Wir können unsere Differenzen überwinden (...). Wir können unsere Ansätze koordinieren», betonte Obama. Für den US-Präsidenten aber habe Wachstum nach wie vor «oberste Priorität». Nach immer seien zu viele Amerikaner ohne Job.

Obama machte aber auch klar, dass auch er mittel- und langfristig die hohen amerikanischen Staatsschulden abbauen will. Eine weitere zentrale Aufgabe der mächtigsten Industriestaaten sei die Reform der globalen Finanzmärkte.

Obama nahm auch zur angespannten Lage in Afghanistan Stellung. Es sei keine Frage, dass der Krieg gegen die Taliban derzeit eine «sehr harte» Phase durchlaufe. Dennoch wolle er daran festhalten, 2011 mit dem Abzug der US-Soldaten zu beginnen. Es sei aber klar, dass auch danach die Unterstützung für das Land noch eine ganze Zeit weitergehen werde. Erneut forderte Obama, dass Nordkorea wegen des Versenkens eines südkoreanischen Schiffes zur Verantwortung gezogen wird.