Hamburg (dpa) - Der Hamburger SV hat ohne Stürmer Paolo Guerrero und sieben WM-Fahrer mit der Vorbereitung auf die neue Saison begonnen. «Paolo hat mich angerufen, er hat das Flugzeug wegen eines Verkehrsunfalls verpasst», sagte der neue Trainer Armin Veh, der den Peruaner noch erwartete.

«Natürlich geht das nicht, er bekommt eine Geldstrafe», ließ der Coach wissen. Bereits im Winter war Guerrero wegen Flugangst zu spät gekommen, dann hatte er wegen des Flaschenwurfs auf einen Fan Ärger, aber trotzdem einen neuen Millionen-Vertrag beim HSV bekommen.

«Er hat mich ja immerhin angerufen, das tun einige Südamerikaner nicht. Die stecken dann in Schneeverwehungen und sind verschollen», sagte Veh und nahm die Verspätung humorvoll. Ohne Neuverpflichtungen startete der Siebte der vergangenen Saison nach 50 Tagen Pause am Hamburger Volkspark. Beim 110-minütige Training der 23 Spieler vor rund 200 Zuschauern mischten einige Nachwuchsakteure mit. Vorrangig suchen die Hamburger einen Abwehrspieler für den zu Manchester City abgewanderten Nationalspieler Jerome Boateng. «Natürlich brauchen wir Neue, ich kann ja nicht mit zwei Innenverteidigern in die Saison gehen», sagte Veh.

Ob die Bemühungen um Schalkes Rafinha intensiviert werden, wollte der ehemalige Stuttgarter Meistertrainer nicht sagen. Auch Nationalspieler Serdar Tasci steht auf dem Zettel des HSV. «Wichtig ist nicht, dass wir zum Trainingsstart neue Gesichter präsentieren, sondern zum richtigen Zeitpunkt», betonte der 49-Jährige. Ein konkretes Saisonziel gibt der Ex-Wolfsburger nicht aus. Ob er an Kapitän David Jarolim festhält, ist auch noch ungewiss. «Die Mannschaft wählt den Spielerrat, ich bestimme den Kapitän», sagte er.

Auch der Aufsichtsratsvorsitzende Horst Becker hatte am Morgen zum Team gesprochen. «Wir erwarten einen Platz in den internationalen Rängen», sagte Becker. Der HSV hat durch die verpasste Europa-League- Qualifikation erheblich weniger Einnahmen und kann nicht annähernd so viel investieren wie im vergangenen Jahr, als man für 30 Millionen Euro einkaufte und im Winter noch Ruud van Nistelrooy verpflichtete. Über ein in der Mitgliedschaft umstrittenes Investorenmodell des Logistikunternehmers Klaus-Michael Kühne will der HSV nun 15 Millionen Euro beschaffen und den Milliardär im Gegenzug am Weiterverkauf junger Fußball-Profis beteiligen.