Frankfurt/Main (dpa) - Deutsche Banken haben einer Studie zufolge deutlich mehr faule Kredite in ihren Büchern als Institute anderer Staaten Europas.

Insgesamt summierten sich die problematischen Darlehen hiesiger Institute Ende 2009 auf fast 213 Milliarden Euro, wie aus der in Frankfurt veröffentlichten Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PWC) hervorgeht. Britische Banken kamen auf gut 155 Milliarden Euro, in Spanien waren es knapp 97 Milliarden, in Italien 59 Milliarden Euro.

Zu den Problemkrediten zählen Darlehen, deren Schuldner ihre Zins- und Tilgungsleistungen nicht mehr erbringen können oder bei denen in absehbarer Zeit ein Zahlungsausfall droht. Im Verlauf der Wirtschafts- und Finanzkrise nahm das Volumen fauler Kredite in allen untersuchten Staaten deutlich zu. In Deutschland verdoppelte sich das Volumen seit Ende 2008.

Die von den Regulierungsbehörden geforderten Eigenkapitalquoten können deutsche Institute trotz der Problemkredite erfüllen - zum Teil dank staatlicher Unterstützung. Das wertete PwC auch als einen Grund dafür, dass es in Deutschland bislang noch keine nennenswerten Verkäufe fauler Kredite gegeben habe.

Auch insgesamt sei der Handel mit Problemkrediten («Non-Performing Loans») in Europa noch nicht in Schwung gekommen, erklärte PwC- Experte Jens Rönnberg in einer Mitteilung. «Zwar stehen mögliche Käufer für die Kreditportfolios in den Startlöchern, doch liegen die Preisvorstellungen offenbar noch zu weit auseinander.» Rönnberg erwartet, dass der Markt in der zweiten Jahreshälfte anziehen wird.

Pressemitteilung zur Studie

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