Wiesbaden (dpa) - Die Verbraucher in Deutschland können sich weiter über stabile Preise freuen.

Während die Sorge um die Stabilität des Euro zuletzt wuchs, sank die Inflationsrate im Juni überraschend deutlich auf 0,9 Prozent nach 1,2 Prozent im Mai, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden nach vorläufigen Berechnungen mitteilte. Im Vergleich zum Mai stiegen die Verbraucherpreise nur leicht um 0,1 Prozent.

Wie in den Vormonaten wurde die jährliche Teuerungsrate maßgeblich durch die starken Preiserhöhungen bei Heizöl und Kraftstoffen bestimmt. Im Monatsvergleich veränderten sich die Preise für Mineralölprodukte hingegen kaum, sagte ein Sprecher des Statistikamtes. So hätten Autofahrer etwa in Hessen für Sprit 8,1 Prozent mehr bezahlen müssen als im Juni 2009, aber genauso viel wie im Mai.

Die Jahresteuerung liegt nach wie vor weit unter der Warnschwelle der Europäischen Zentralbank (EZB), die bei Inflationsraten von knapp unter 2,0 Prozent Preisstabilität gewahrt sieht.

Die Deutsche Bundesbank erwartet nach ihrer jüngsten Prognose eine Inflationsrate von 1,2 Prozent im laufenden und von 1,6 Prozent im kommenden Jahr. Trotz der Belastungen durch höhere Rohölpreise und die Abwertung des Euro bleibe die Preisentwicklung damit moderat. Analysten der UniCredit bewerteten die angesichts der starken Euroabwertung sehr geringe Preissteigerung als «bemerkenswert». Ein Aufwärtsdruck sei bei den Preisen nicht erkennbar.

Auch Commerzbank-Analysten sehen in diesem und im kommenden Jahr keine Inflationsgefahren. Zwar dürften die Energiepreise in den kommenden Monaten wegen des weiter nachgebenden Euro steigen. Dies werde aber von der sonstigen Preisentwicklung kompensiert, sagte Volkswirt Simon Junker voraus: «Denn die im Zuge der Krise massive Unterauslastung der Produktionskapazitäten dämpft die Kernteuerungsrate - also die Änderung der Preise ohne Berücksichtigung von Energie und Nahrung - spürbar.» Hohe Inflationsraten seien in den kommenden Quartalen kein Thema.

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