Borkum (dpa) - Felix Magath hat in den Norden nicht nur die bei seinen Fußballprofis berüchtigten Medizinbälle mitgenommen, sondern auch die persönliche Verstimmung über einen gut sieben Wochen alten Denkzettel.

Am 10. Mai hatten die Mitglieder eine vom Aufsichtsrat des FC Schalke 04 vorgelegte Satzungsänderung verhindert, die Magath bei Transfergeschäften weitgehend freie Hand lassen sollte. Das stört Magath noch immer: «Bei Schalke 04 wird der Verein groß geschrieben, die Mitglieder haben viel Einfluss, die Fans sind ein bedeutender Faktor. Doch das macht den Verantwortlichen die Arbeit nicht unbedingt leichter.» Seine klare Ansage: Es geht nur um den Erfolg.

Um den zu haben, «muss aber der gesamte Verein mitmachen und in eine Richtung gehen. Wir haben eine überragende Spielzeit hinter uns und sind überraschend souverän in die Champions League eingezogen. Die Meisterschaft haben wir leider verpasst, und so gibt es immer wieder einige, denen es nicht gut genug ist. Die fangen an zu stören.»

Doch eigentlich darf den 56-Jährigen dieses Geplänkel nicht mehr nerven: Er muss den Bundesligisten und das Umfeld fit für die «Königsklasse» machen. Nach dem Weggang von Top-Torjäger Kevin Kuranyi zu Dynamo Moskau ist Magath nicht nur auf der Suche nach frischem Geld für neue Spieler, sondern vor allem nach einem oder zwei Angreifern.

Um das zu realisieren, müsste er zunächst einmal Spieler loswerden. Denn nominell umfasst der Schalker Kader derzeit inklusive aller Nachwuchsprofis 40 Mann. Beim großen Aufräumen soll künftig Horst Heldt mitwirken. Der von Schalke umworbene Sportdirektor des Liga-Konkurrenten VfB Stuttgart hat allerdings noch keine Freigabe erhalten.

Schneller geht es im Fall Christoph Metzelder. Der ablösefrei von Real Madrid in die Bundesliga zurückgekehrte frühere Dortmunder darf offiziell das Training mit seinen neuen Schalker Kollegen aufnehmen. Der spanische Rekordmeister pochte bis zur letzten Sekunde darauf, dass der WM-Zweite von 2002 seinen Vertrag bis 30. Juni erfüllt.

Ob Magath das mit seinem Kontrakt tut, der bis 2013 datiert ist? Langsam mehren sich Zweifel. «Auf Schalke» sind die Verhältnisse eben nicht so wie beim VfL Wolfsburg, wo der Trainer-Manager fast alle Macht in seinen Händen hielt und speziell bei Transfers so schalten und walten konnte, dass am Ende der Meistertitel 2009 bilanziert wurde.