Stuttgart (dpa) - Der Transferpoker um einen Wechsel von Fußball-Manager Horst Heldt vom VfB Stuttgart zum Bundesliga-Rivalen FC Schalke 04 gewinnt an Intensität. Während Schalke eine Ablösezahlung für den 40-Jährigen weiter ablehnt, hat Stuttgart seine Forderungen bekräftigt.

«Wir erwarten ein entsprechendes Entgegenkommen», sagte VfB-Sportdirektor Jochen Schneider im Trainingslager in St. Moritz der «Bild»-Zeitung. Doch die Schalker weigern sich strikt, die Auflösung von Heldts bis 2013 gültigen Vertrag in Stuttgart durch die Überweisung der angeblich geforderten 1,5 Millionen Euro zu erreichen. «Es gibt keine Kompensation», betonte S04-Aufsichtsratschef Clemens Tönnies in der «Sport-Bild».

Auch die gegenseitigen Vorwürfe und Spitzen der beiden Clubchefs dürften nicht gerade zu einer Entspannung beitragen. «Er hat bei uns einen immensen Schaden verursacht. Da muss er sich was einfallen lassen», schimpfte Stuttgarts Präsident Erwin Staudt. Tönnies sagte mit Blick auf die Stuttgarter Nachfolgersuche: «Der VfB hat doch schon vernünftige Gespräche mit Alternativkandidaten geführt.»

Als aussichtsreichste Kandidaten für Heldts Posten gelten weiterhin der frühere Nationalspieler und VfB-Stürmer Fredi Bobic sowie Schalkes Ex-Manager Andreas Müller. Dass Schneider als interne Lösung die Heldts Job übernimmt, ist weniger wahrscheinlich. Allerdings deutet sich an, dass seine Position in einem neu formierten Tandem aufgewertet werden könnte.

Um die eigenen Planungen vorantreiben zu können, brauchen die Schwaben aber zunächst Klarheit bezüglich der Trennung von Heldt. «Ich habe ihm als Freund gesagt, er soll die Sache mit Schalke schnell regeln», verriet Schneider der «Stuttgarter Zeitung». Unter Zugzwang sieht der 39-Jährige dennoch den Konkurrenten aus Gelsenkirchen: «Wenn Schalke meint, der Faktor Zeit spiele ihnen in die Karten, dann liegen sie falsch. Der Ball liegt eindeutig in ihrer Hälfte.»