London (dpa) - Wenn es nur nach den Namen geht, braucht sich Serena Williams um ihren vierten Triumph auf dem Heiligen Rasen keine Sorgen zu machen.

Die Titelverteidigerin ist angesichts der Konkurrenz im Halbfinale von Wimbledon so hoch favorisiert, dass sogar die Wettanbieter in London nur ein mildes Lächeln parat haben, wenn tatsächlich jemand auf eine «neue» Siegerin bei den All England Championships tippen will.

Wer glaubt schon an einen Erfolg der Tschechin Petra Kvitova oder an Zwetana Pironkowa, die als erste Bulgarin überhaupt in einem Grand-Slam-Halbfinale steht, oder an Vera Zwonarewa? Dabei dürfte die Russin als 21. der Weltrangliste am ehesten in der Lage sein, der Amerikanerin Paroli zu bieten.

«Die Tennis-Welt ist froh, dass es nur zwei von uns gibt», sagte Serena, angesprochen auf die Dominanz der Williams-Schwestern. Dass die fünfmalige Wimbledonsiegerin Venus diesmal schon im Viertelfinale scheiterte, ist auch ein bisschen die Schuld der kleinen Schwester, die ihr mit einer Halskette wohl auch das Glück «stahl». Weil sie ihren Schmuck vergessen hatte, mopste sie aus der Schatulle von Venus eine Kette mit einem Anhänger, der aussieht wie die Venus-Rosewater-Dish - die Siegerschale der Damen in Wimbledon. «Die muss ich jetzt wohl abschreiben», sagte Venus doppeldeutig nach dem Aus.

Aus dem geplanten «Sister-Act» wie im Vorjahr wurde nichts, weil die 30-Jährige an Pironkowa scheiterte, die so gut auf Rasen spielt wie noch nie. Ihr Debüt-Match in Wimbledon hatte die Außenseiterin aus Plowdiw 2006 gewonnen, danach nur noch Niederlagen kassiert. «In Bulgarien gibt es überhaupt keine Rasenplätze. Aber ich habe Spaß am habe Spaß daran gefunden», erzählte die 22-Jährige, die Williams schon in Melbourne 2006 bezwungen hatte.

Danach brach ein medialer Wirbelsturm über sie herein, mit dem sie überhaupt nicht klar kam und prompt in der nächsten Runde verlor. «Das passiert mir hier nicht wieder. Ich habe meine Lehren daraus gezogen», sagte sie mit Blick auf das Halbfinale gegen Zwonarewa, die dem Titeltraum der zweimaligen US-Open-Siegerin Kim Clijsters aus Belgien ein jähes Ende bereitet hat und am ehesten in der Lage scheint, Serena Williams in Gefahr zu bringen.

Recht daran glauben mag allerdings niemand. Schon gar nicht traut irgendjemand Petra Kvitova den ganz großen Wurf zu. «Serena ist eine unglaublich gute Spielerin und sie hat hier gewonnen, ich weiß nicht wie oft», sagte die 20-Jährige. Noch nie hatte sie ein Match auf Rasen gewonnen, kam mit einer 0:4-Bilanz nach Wimbledon. Aktuell steht sie bei 5:4 - Serena Williams bei 57:8.