Berlin (dpa) - Seit drei Monaten stehen die «Early Adopters» Schlange nach dem iPad von Apple. Bereits mehr als drei Millionen Käufer gehören zu dieser Kundengruppe, die als erste das neuartige Internet-Gerät nutzen wollen.

Unter dem Eindruck der guten Verkaufszahlen drängen weitere Hersteller in diese Lücke, unter ihnen jetzt auch 1&1 sowie der US-Netzwerkausrüster Cisco. Damit zeichnet sich eine ähnliche Entwicklung ab wie bei der Einführung der Netbooks im Jahr 2008. Damals hieß der Pionier Asus mit seinem Eee PC. Die große Nachfrage nach den preiswerten Mini- Notebooks mit gedrosselter Leistung löste einen Trend aus, der die NetBooks als neue Kategorie von mobilen Computern etabliert hat. Inzwischen gibt es kaum einen Notebook-Hersteller, der nicht auch ein NetBook im Programm hat.

Nach dem Berliner Anbieter WeTab hat am Mittwoch die 1&1 Internet AG in Montabaur einen Tablet-PC im Taschenbuchformat vorgestellt. Firmensprecherin Ingrun Senft sagt zwar: «Wir sehen unser Gerät nicht als direkte iPad-Konkurrenz.» Der am Mittwoch in München vorgestellte Tablet-PC soll aber alle Kernfunktionen des Apple-Vorbilds bieten, vom Musik über Fotos und Filme bis zu digitalen Büchern, den E-Books.

1&1 will mit seinem Internet-Gerät in den Massenmarkt vorstoßen. «Allein der Preis erschließt schon größere Gruppen», sagte Senft der dpa. Der Tablet-PC aus dem Westerwald folgt dem Geschäftsmodell der Handy-Vermarktung: Das Gerät kostet nichts, wird aber nur zusammen mit einer Daten-Flatrate des DSL-Anbieters vertrieben - zu einem monatlichen Preis von 29,99 Euro in den ersten zwei Jahren.

An Geschäftskunden wendet sich hingegen Cisco. Das US- Netztechnikunternehmen Cisco stellte am Dienstag das Cisco Cius vor, das als «Business Tablet» mit einer Kamera für Videokonferenzen ausgestattet ist. Das Gerät nutzt ebenso wie 1&1 sowie das für Sommer angekündigte WeTab das Google-Betriebssystem Android. Es soll im ersten Quartal 2011 verfügbar sein.

In den Startlöchern stehen außerdem Nvidia mit einem als Tegra 2 bezeichneten Chip-Design für Tablet-PCs und Asus mit einem «Eee Tablet» und zwei unterschiedlichen Modellen namens «Eee Pad». Außerdem wird erwartet, dass Hewlett-Packard einen iPad- Herausforderer plant, der mit der Palm-Software webOS laufen könnte - im April hatte HP die Übernahme von Palm bekanntgegeben.

Die Apple-Konkurrenten wollen das iPad an seinen Kritikpunkten packen: Alle verfügen über eine USB-Schnittstelle, beim WeTab sowie beim Tablet-PC von 1&1 sollen die Nutzer auch die Möglichkeit haben, den verfügbaren Datenspeicher mit SD-Karten zu erweitern.