Berlin (dpa) - Mit Bart und behaarter Brust war für Weltmeister Paul Biedermann der Vorlauf nicht mehr als eine Trainingseinheit. Zum Auftakt der deutschen Schwimm-Meisterschaften zog der Weltrekordler über 400 Meter Freistil zwar nur als Vierter der Vorläufe in das Finale ein, doch der Titelverteidiger nahm die «Niederlage» völlig gelassen.

«Ich wollte nur meinen Lauf gewinnen, habe ganz locker gemacht», sagte Biedermann, der im Endlauf die EM-Norm für die kontinentalen Titelkämpfe in Budapest (9. bis 15. August) von 3:49,42 Minuten unterbieten muss. «Das Ziel bleibt: Titel verteidigen, EM-Norm schaffen und eine Ansage an die Konkurrenz», sagte Biedermann mit Blick auf die Finals am Wochenende.

Vorlaufschnellster war der Berliner Robin Backhaus in 3:56,29 Minuten. Seit dem Verbot der High-Tech-Anzüge sind die Zeiten deutlich schlechter als bei der Rekordflut der vergangenen Jahre. So sind Biedermanns 3:42,07 Minuten aus dem Vorjahr in der nun vorgeschriebenen eng anliegenden Badehose unerreichbar.

Die ersten Meistertitel sicherten sich Yannick Lebherz (Darmstadt) und Annika Mehlhorn. Lebherz verteidigte über 400 Meter Lagen seinen Titel und war in 4:16,77 Minuten 82/100 Sekunden schneller als gefordert. «Das Ziel war die EM-Norm und eigentlich auch der deutsche Rekord, der wäre auch ohne Anzug drin gewesen», sagte Lebherz, der im Vorjahr nur 2,04 Sekunden schneller gewesen war. Die Frankfurterin Mehlhorn lag in 2:14,93 allerdings 74/100 Sekunden über der EM-Norm.

Die EM-Richtzeit unterboten zuvor die Freistil-Sprinter Steffen Deibler (Hamburg) und die Berlinerin Dorothea Brandt über 50 Meter. Deibler schaffte als Vorlaufschnellster 22,18 Sekunden und war damit 17/100 schneller als gefordert. Brandt blieb in 25,05 sogar 34/100 unter der Budapest-Norm. Weltrekordler Deibler war auch im Vorlauf über 50 Meter Schmetterling in 23,52 schneller als gefordert. Alle Schwimmer müssen aber die Norm im Endlauf noch einmal schwimmen.

Zum DM-Auftakt am Morgen hatte Vize-Weltmeisterin Daniela Samulski (Essen) die EM-Norm über 100 Meter Rücken nur knapp verfehlt. Über 100 Meter Brust verpassten auch Caroline Ruhnau und der WM-Vierte Hendrik Feldwehr (beide Essen) die EM-Norm im Vorlauf knapp.