Berlin(dpa) - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will den Autobauer Opel doch noch mit Staatshilfen unterstützen - und geht damit auf Konfrontationskurs zur FDP und Wirtschaftsminister Rainer Brüderle.

Brüderle hatte am Mittwoch eine Milliarden-Bundesbürgschaft für den Autobauer strikt abgelehnt. Merkel stellte nur wenig später klar: «Ich möchte deutlich machen, dass das letzte Wort für die Zukunft von Opel natürlich nicht gesprochen ist.»

Merkel kündigte an, dass sie an diesem Donnerstag mit den Ministerpräsidenten der vier Opel-Länder Hessen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Rheinland-Pfalz darüber beraten will, in welcher Weise der Tochter des US-Konzerns General Motors (GM) geholfen werden kann.

Merkel sagte: «Ich werde in den Gesprächen mit den Ministerpräsidenten alles tun, damit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich sehr für den Erhalt von Opel eingesetzt haben, die möglichen Hilfen und Unterstützung bekommen, die uns zur Verfügung stehen»

Die CDU-Chefin räumte ein, dass die FDP anderer Ansicht sei: «Ich glaube, es ist klar, dass in der Koalition über diese Fragen unterschiedliche Meinungen herrschen. Das ist nicht erst seit gestern so.» Brüderles Entscheidung sei Ausdruck dieser Differenzen.

Opel wollte aus dem staatlichen Deutschlandfonds für Opfer der aktuellen Finanzkrise eine Bürgschaft erhalten. Insgesamt hatte GM rund 1,1 Milliarden Euro von Bund und Ländern beantragt.

Brüderle erklärte, es sei keine einfache Entscheidung gewesen. «Ich bin mir bewusst, dass es um Menschen und viele Arbeitsplätze geht.» Hilfen würden aber zu gravierenden Wettbewerbsverzerrungen in der Autobranche führen.