Berlin (dpa) - Er ist nicht sehr groß, hat eine etwas zu breite Nase und vergießt - zumindest auf der Leinwand - in schöner Regelmäßigkeit die eine oder andere Träne: Shah Rukh Khan ist auf den ersten Blick nicht unbedingt ein Heldentyp. Und doch ist der Inder ein Idol und Superstar.

Seine Filme wie «In guten wie in schweren Tagen» oder «Lebe und denke nicht an morgen» ziehen schließlich nicht nur in seiner Heimat ein Millionenpublikum an, sondern bewegen seit Jahren immer mehr Fans in anderen Teilen der Welt, auch in Deutschland. Damit habe der 44- Jährige mehr Fans als jeder andere Schauspieler der Welt, sagen viele. Um genauer zu sagen: Mehr als Tom Cruise, Brad Pitt und Johnny Depp zusammen, behaupten einige Medien sogar.

Doch was hat dieser «King Khan», wie ihn seine Fans nennen, was andere nicht haben? Gleich mehrere Vorteile: Tanzen? Kann er beinah konkurrenzlos gut. Sein Lächeln? Erobert mit charmanten Grübchen so manches Frauenherz im Sturm. Und das Sixpack? Blitzt unter seinen Hemden trotz seines Alters immer noch messerscharf. Mindestens ebenso wichtig ist allerdings, dass er gerade für viele Inder als Identifikationsfigur den Traum eines Aufstiegs verkörpert. Der Muslim, der aus eher ärmeren Verhältnissen stammt, kämpfte sich in der indischen Traumfabrik Bollywood hartnäckig bis ganz nach oben und heiratete trotz Widerständen die Tochter wohlhabender Hindus.

Auch in seinen Filmen kämpft er gerne gegen Widerstände und für hehre Ziele: für seine große Liebe und - wie in seinem aktuellen Film «My Name is Khan» - für Versöhnung und Respekt zwischen allen Menschen, Religionen und Nationen. Dabei scheut er eben auch nicht davor zurück, immer wieder hemmungslos Sturzbäche von Tränen zu weinen und dabei unnachahmlich zu schluchzen.

Hinzu kommt, dass Khan sein Publikum mit fast jedem seiner Filme in eine Melodramenwelt mit Happy-End-Garantie entführt. Eine Welt, in der gelitten, getanzt und gelacht und in der Familienzusammenhalt gepriesen wird. Eine Welt, in der mit etwas Mühe alles möglich zu sein scheint. Das ist für viele Menschen willkommener Eskapismus - nicht nur in Indien.

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