Friedrichshafen/Shanghai (dpa) - Der Automobilzulieferer ZF kommt schneller aus der Krise als erwartet: Der Spezialist für Antriebs- und Fahrwerkstechnik rechnet für 2010 mit einem Umsatzanstieg um mindestens 25 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro.

Das sagte ZF-Chef Hans-Georg Härter nach Angaben eines Sprechers bei der Eröffnung der neuen China-Zentrale in Shanghai. Noch im April war Härter von elf Milliarden Euro Erlösen ausgegangen. Härter, der mit seinen Prognosen gewöhnlich zurückhaltend ist, sprach in Shanghai von «11,5 Milliarden plus X», was bedeutet, dass die Erlöse noch ein Stück besser ausfallen werden.

Zum Gewinn hieß es, dieser werde deutlich positiv ausfallen und über den Erwartungen liegen. 2009 hatte ZF einen Verlust von 421 Millionen Euro verbucht. Der Umsatz war um 25 Prozent auf 9,4 Milliarden Euro eingebrochen. Der Vorstandschef des drittgrößten deutschen Zulieferers sagte, dass ZF sich weiter auf Expansionskurs befinde; auch die Beschäftigungssituation sei gut. In der Krise war die Mitarbeiterzahl von rund 63 000 auf 60 000 gesunken.

Mit dem neuen China-Hauptsitz und dem angeschlossenen Entwicklungszentrum will die ZF Friedrichshafen AG deutlich machen, welche Bedeutung der boomende chinesische Automarkt für sie hat, wie Härter erklärte. Der dortige Umsatz soll in diesem Jahr von 970 Millionen Euro auf 1,1 Milliarden Euro steigen. Mittelfristig sind zwei Milliarden Euro geplant. Vor allem die Geschäfte mit chinesischen PKW-Produzenten sollen ausgebaut werden. Für den Gebäudekomplex investierte ZF rund 20 Millionen Euro.