Berlin (dpa) - Ex-Profi Floyd Landis ist vom Radsport-Weltverband (UCI) schon Wochen vor seinem Dopinggeständnis davor gewarnt worden, Vertuschungsvorwürfe gegen die UCI und seinen Ex-Kollegen Lance Armstrong zu erheben.

Der ehemalige UCI-Präsident Hein Verbruggen sagte der Nachrichtenagentur AP, Landis habe sich zuvor beim Verband gemeldet und sein Vorgehen angekündigt. «Er sagte, dass wir - die UCI - eine Probe von Armstrong unter den Tisch fallen gelassen haben», erklärte der Niederländer. Daraufhin habe der UCI-Anwalt Landis Anfang Mai per Brief gewarnt: «Wenn Sie Lügen verbreiten, werden wir Sie möglicherweise belangen.»

Verbruggen würde nach eigenen Worten unter Eid beschwören, dass er nie einen positiven Test vertuscht habe. Er sei zudem hundertprozentig sicher, dass Armstrong nie positiv auf Doping getestet worden sei. Landis behauptete, der siebenmalige Tour-de- France-Sieger sei während der Tour de Suisse 2002 auffällig geworden, an der Armstrong aber nicht teilgenommen hatte.

Vor einigen Wochen war bekanntgeworden, dass Armstrong der UCI 2002 eine allerdings erst Jahre später überwiesene Spende in Höhe von 100 000 Dollar zugesagt hatte. Von dem Geld wurde Verbandsangaben zufolge eine Sysmex-Maschine zur Blutanalyse angeschafft. Verbruggen meinte, er habe damals keinen Interessenkonflikt gesehen. «Rückblickend kann man das natürlich sagen. Aber damals war das gut. Wir brauchten die Sysmex für die Kontrolle der Hämatokritwerte», unterstrich der Ex-UCI-Präsident.

Wegen Dopings war Landis nachträglich der Tour-de-France-Sieg 2006 aberkannt worden. Erst nach jahrelangem Leugnen hatte der Amerikaner den Missbrauch vor kurzem zugegeben. «Der Junge tut mir ehrlich gesagt ein bisschen leid», meinte Verbruggen, der persönlich nicht gegen Landis vorgehen will.