Halle/Westfalen (dpa) - Aus für den großen Publikumsliebling Nicolas Kiefer, der Siegeszug des Bayreuther Tennisprofis Philipp Petzschner dagegen dauert an. Der 26-Jährige zog beim 750 000-Euro-Rasenturnier in Halle/Westfalen als Erster in das Viertelfinale ein.

Der 41. der Weltrangliste schlug bei den «Gerry Weber Open» den Serben Viktor Troicki in 100 Minuten mit 7:6 (7:5), 6:3. Im Kampf um die Halbfinal-Teilnahme kommt es allerdings nicht zum erhofften Duell mit seinem Kölner Kumpel Dominik Meffert, Nummer 203 der Tennis-Welt.

Denn «Lucky Loser» Meffert, der für den verletzten Stuttgarter Michael Berrer in das Hauptfeld gerückt war und wie Petzschner für den deutschen Meister TK Kurhaus Aachen spielt, verlor sein Achtelfinale gegen den Slowaken Lukas Lacko 6:2, 4:6, 3:6. Kiefer, mit 32 Jahren ältester Halle-Starter, musste sich bei seiner 14. Halle-Teilnahme dem acht Jahre jüngeren Stuttgarter Andreas Beck nach 2:10 Stunden mit 2:6, 6:3, 6:7 (4:7) beugen.

Linkshänder Beck steht im «deutschen Wimbledon» zum dritten Mal nacheinander in der Runde der besten Acht und hat 32 430 Euro sicher. «Im dritten Satz war das Glück auf meiner Seite. Ich bin einfach nur froh», sagte die Nummer 76 der Weltrangliste. Er trifft am Freitag auf den ehemaligen australischen Wimbledon-Gewinner Lleyton Hewitt, der erstmals in Ostwestfalen antritt und 6:3, 6:3 gegen den Holländer Thiemo de Bakker gewann.

«Er spielt unglaublich auf Rasen. Hewitt ist klarer Favorit», sagte Beck nach seinem hart umkämpften Erfolg gegen den Hannoveraner Kiefer, dem zum Auftakt mit dem Drei-Satz-Erfolg gegen den an drei gesetzten Russen Michail Juschni eine große Überraschung gelungen war. Kiefer, der das Turnier in Halle 1999 für sich entschieden hatte, nimmt immerhin 18 500 Euro mit - deutlich mehr als die insgesamt 6200 Euro, die er nach langer Verletzungspause bei seinen drei vorangegangenen Auftakt-Niederlagen 2010 kassiert hatte.

Petzschner strotzte nach seinem Erfolg vor Selbstbewusstsein. «Der Schweizer wird schwer zu schlagen sein», blickte er schon auf ein mögliches Halbfinal-Duell mit «Rasenkönig» Roger Federer voraus, der in Runde zwei auf den Kolumbianer Alejandro Falla trifft. Gegen Troicki, der in der Weltrangliste als 39. zwei Ränge besser platziert ist, hatte Petzschner vor allem im Tiebreak das glücklichere Händchen.

«Ich bin froh, dass ich gewonnen habe», kommentierte er seinen Erfolg gegen den 24-Jährigen aus Belgrad. Petzschner hat in Halle indes allen Grund für ein selbstbewusstes Auftreten: Immerhin warf er in seinem Erstrundenmatch den an sieben gesetzten Marcos Baghdatis aus Zypern mit 6:4, 6:3 aus dem Wettbewerb.