Berlin (dpa) - Der führende deutsche Triebwerkshersteller MTU (München) setzt auf ein Milliardengeschäft mit der arabischen Fluggesellschaft Emirates. Die Airline hatte auf der ILA mit Airbus einen Vertrag über den Kauf von 32 Airbus A380 unterzeichnet.

MTU liefert die Niederdruckturbine und ist an der Hochdruckturbine für das Triebwerk GP7200 beteiligt. Die bisher 58 von Emirates bestellten A380 werden damit ausgerüstet. Sollten die Neubestellung auch das Triebwerk erhalten - womit MTU fest rechne - belaufe sich der Gesamtauftrag auf 1,0 Milliarden Euro (1,2 Mrd Dollar). Das wurde am Mittwoch auf der Luftfahrtmesse ILA in Berlin-Schönefeld bekannt.

MTU ist wegen der Erholung am internationalen Luftfahrtmarkt für das laufende Jahr weiterhin zuversichtlich und halte an der bisherigen Prognose fest. Im April hatte MTU mitgeteilt, es werde mit einem stabilen Umsatz, operativen Gewinn und Überschuss gerechnet. Im vergangenen Jahr wurde mit 7600 Beschäftigten ein Umsatz von rund 2,6 Milliarden Euro erzielt. Ob sich die geplanten Einsparungen im Bundeshaushalt auch auf das MTU-Geschäft mit der Bundeswehr negativ auswirken, konnte Vorstandschef Egon Behle noch nicht sagen. Jetzt Zahlen zu nennen, sei Spekulation.

Behle bestätigte, dass sich das Pratt&Whitney-Triebwerk PW1000G, an dem MTU mit 15 Prozent mit dem Getriebefan PurePower beteiligt ist, auf Erfolgskurs befindet. Bombardier habe das Triebwerk für seinen neuen 100-Sitzer der C-Serie ausgewählt und auch Mitsubishi für seinen Regionaljet MRJ. Zu den ersten Kunden zähle auch die Lufthansa. MTU schätzt das Umsatzpotenzial für das PW1000G auf insgesamt zehn Milliarden Euro. «Damit ist der Getriebefan einer unserer wichtigsten zukünftigen zivilen Luftfahrtantriebe», erklärte Behle.