Berlin (dpa) - «was draußen wartet» - unter diesem Titel präsentieren bei der 6. Berlin Biennale 45 zeitgenössische Künstler aus aller Welt ihre Werke.

Die Wiener Kuratorin Kathrin Rhomberg gewann für die renommierte Ausstellung (11.6.-8.8.) mit Positionen zur Gegenwart unter anderem Mark Boulos (USA), Phil Collins (Großbritannien), Marcus Geiger (Schweiz), Nilbar Güres (Türkei) und Michael Schmidt (Deutschland).

Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) sagte bei der Vorstellung am Mittwoch, die Berlin Biennale gehöre wie die documenta zu den «Leuchttürmen der Gegenwartskunst» mit bundesweiter und internationaler Strahlkraft: «Die Kunst ist ein Labor für Mut und Kreativität.»

Die Ausstellung ist auf sechs Orte der deutschen Hauptstadt verteilt, schwerpunktmäßig im bunten Berliner Stadtteil Kreuzberg. Die präsentierten Arbeiten widersetzten sich der zunehmenden Tendenz zur Abkehr von der Realität, sagte Rhomberg. «Ziel der Ausstellung ist, den Betrachter zurück auf unsere Welt zu verweisen - darauf, was draußen wartet.»

Bei der Auswahl hat sich die Kuratorin bewusst dem «Prinzip der Reduktion und Konzentration» verschrieben. Die Zahl der vertretenen Künstler ist nur etwa halb so groß wie vor zwei Jahren. Zudem habe sie versucht, an den unterschiedlichen Standorten mit verschiedenen Formaten zu experimentieren.

«Mir war auch wichtig, den genießenden westlichen Blick zu stören», sagte sie. «Es gibt in der Ausstellung vielleicht vieles, was verstört, aber auch bereichert und verzaubert.»

Eine Sonderschau ist in der Alten Nationalgalerie auf der Musuemsinsel dem deutschen Realisten Adolph Menzel (1815-1905) gewidmet. Der in Deutschland unterschätzte «Künstler der Körperlichkeit» habe den Weg zur Moderne geebnet, sagte der verantwortliche Kurator Michael Fried aus New York.