New York (dpa) - Aus Sorge vor einer künftigen Atommacht Iran hat der Weltsicherheitsrat neue Strafmaßnahmen gegen das Land verhängt. Zwölf der 15 Mitglieder stimmten Resolution 1929 am Mittwoch zu. Brasilien und die Türkei lehnten schärfere Sanktionen ab.

Die Möglichkeiten eines friedlichen Dialogs seien nicht ausgeschöpft, sagten sie. Der Libanon enthielt sich der Stimme. Nötig waren neun Stimmen. Der Westen wirft dem Iran vor, heimlich Atomwaffen zu entwickeln. Aber auch Russland und China wollten den Druck auf Teheran erhöhen.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) begrüßte die neue UN- Resolution zum iranischen Atomprogramm als eine klare und ausgewogene Antwort auf die anhaltende Weigerung des Iran, die Zweifel an der friedlichen Natur seines Atomprogramms auszuräumen». Mit ihr gebe die internationale Gemeinschaft ein deutliches Signal ab, dass eine atomare Bewaffnung Irans nicht akzeptabel sei. Die Tür für Zusammenarbeit und Transparenz sei weiter offen, sagte Westerwelle in Berlin. Deutschland war immer eingebunden in die Verhandlungen, ist aber nicht Mitglied des Sicherheitsrates.

Derweil zeigte sich Teheran unbeeindruckt. «Wir werden von links und rechts mit Drohungen und Sanktionen überschüttet. Für uns ist das wie eine lästige Schmeißfliege», sagte der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad am Mittwoch bei einem Treffen mit Iranern in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe.

Der Iran werde die Urananreicherung fortsetzen, sagte der iranische IAEA-Botschafter Ali Asghar Soltanieh in Wien, «Egal wie viele Resolutionen noch kommen». Die Weltmächte sollten inzwischen gelernt haben, dass sein Land nicht auf Druck reagiere. Ob der Iran nun wie angedroht seine Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA einschränkt, wollte Soltanieh nicht sagen.

US-Präsident Barack Obama lobte die neuen Strafmaßnahmen als «unmissverständliche Erklärung» der Staatengemeinschaft, dass sie dem Iran nicht erlaube werde, Atomwaffen zu entwickeln. «Dies sind die umfassendsten Sanktionen, denen die iranische Führung je ausgesetzt war», sagte er. Seine UN-Botschafterin Susan Rice beschrieb die Maßnahmen als «ebenso hart wie smart und präzise». Der Iran habe eine Gelegenheit nach der anderen gescheut, «die friedliche Natur seines Atomprogramms zu beweisen».

Der chinesische UN-Botschafter Li Baodong forderte alle Welt auf, die Bestimmungen jetzt umzusetzen. Russlands UN-Botschafter Vitali Tschurkin erklärte, dass seine Regierung «enorme Anstrengungen» unternommen habe, um den Iran von seiner Verpflichtung gegenüber der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zu überzeugen. Tschurkin betonte, dass die neuen Sanktionen «nicht eine Bestimmung enthalten, die der iranischen Zivilbevölkerung schaden könnte». Russlands Regierungschef Wladimir Putin hatte schon zuvor erklärt: «Ich bin der Ansicht, dass die Resolution (...) weder die iranische Führung noch das Volk in Schwierigkeiten bringen darf.»