Braunschweig (dpa) - Sie verwandeln Bäume und Sträucher mit ihren weißen Netzen in gespenstische Gebilde - fast so wie in einem Horrorfilm. Verantwortlich für das Bild, das derzeit an vielen Orten Deutschlands zu sehen ist, sind die Raupen der Gespinstmotten.

«Einige Arten, wie die Pfaffenhütchen- und die Pflaumen-Gespinstmotte haben sich in den vergangenen Jahren stark vermehrt», sagte die Sprecherin des Bundesforschungsinstituts für Kulturpflanzen, Stefanie Hahn, in Braunschweig. Eine besondere Plage gebe es in diesem Jahr aber nicht.

Betroffen seien vor allem Wildgehölze wie Pfaffenhütchen und Weißdorn, sowie Weiden und Apfel-, Kirsch- und Pflaumenbäume. Der Befall sei aber kein Todesurteil für die Bäume - sie treiben wieder aus. Bei Obstbäumen könne allerdings die Ernte komplett ausfallen, erläuterte die Sprecherin.

Um die Schäden gering zu halten, sollte ein besiedeltes Gespinst in einem möglichst frühen Stadium entfernt werden. Es wirke wie ein Schutzmantel. In den voll ausgebildeten Gespinsten seien die Raupen gut vor Pflanzenschutzmitteln geschützt.

Hahn rät, befallene Triebe abzuschneiden und in der Biotonne zu entsorgen oder im Garten zu vergraben. Wenn sich die Mottenlarven bis spätestens Ende Juni verpuppt haben, ist der Spuk vorbei.

Das Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, auch Julius Kühn-Institut genannt, entstand 2008 aus mehreren Instituten, darunter der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft.