Boston (dpa) - Basketballstar Kobe Bryant und die Los Angeles Lakers haben sich nur zwei Tage nach der Heimpleite bei den Celtics im «Boston Garden» revanchiert und sind in den NBA-Finalspielen wieder voll im Meisterschafts-Soll. Der Titelverteidiger gewann gegen Boston die dritte Partie mit 91:84.

Damit liegen die Lakers in der Endspielserie «best of seven» mit 2:1 vorn. «Wir haben getroffen, als es wirklich darauf ankam», betonte Bryant. Der Superstar der Lakers war mit 29 Punkten zwar erfolgreichster Werfer, wies aber dennoch eine schwache Trefferquote (10:29) auf. Dafür war Derek Fisher diesmal umso treffsicherer. Der 35-Jährige erzielte 11 seiner 16 Zähler im Schlussabschnitt. «Dies ist ein großartiger Sieg für uns», sagte Fisher mit einem Schluchzen. «Entschuldigen Sie, dass ich etwas emotional werde, aber wir haben so hart gekämpft. Ich liebe diesen Sport, dieses Team und für mich gibt es nicht Bedeutenderes, als meiner Mannschaft zum Sieg zu verhelfen.»

Er sei der Unterschied gewesen, er habe den Lakers die Partie gewonnen, bilanzierte Celtics-Trainer Doc Rivers. Dabei war zu Beginn im «Garten» zunächst sprichwörtlich alles im Grünen. Die grün-weiß gekleideten Gastgeber legten einen 12:5-Blitzstart hin. Vor allem Kevin Garnett hatte großen Anteil an der frühen Führung. Der bislang in den Finals enttäuschende Celtics-Star erzielte in 75 Sekunden sechs Punkte - so viele wie zuvor im gesamten zweiten Spiel. Mit insgesamt 25 Zählern war Garnett Bostons Bester.

Dagegen erlebte Teamkollege Ray Allen einen seiner dunkelsten Karriere-Abende. Beim Sieg in Los Angeles hatte er 48 Stunden zuvor mit acht verwandelten Drei-Punkte-Würfen noch eine neue NBA-Final-Bestmarke aufgestellt. Diesmal hätte Allen fast für einen Negativ- Rekord gesorgt. Keiner seiner 13 Versuche aus dem Feld landete im Korb. Somit verpasste der 34-Jährige die Endspiel-Minusmarke von Dennis Johnson (Seattle/1978) und Chip Reiser (Baltimore/1948) nur um einen Fehlwurf.

Los Angeles ging in der siebten Minute erstmals mit 13:12 in Führung - und gab diese bis zum Schlusspfiff nicht mehr ab. Zwischenzeitlich waren die Kalifornier im zweiten Viertel auf 17 Punkte enteilt (37:20) und lagen zur Pause mit 52:40 vorn. Zwar kämpfte sich Boston im zweiten Durchgang bis auf 67:68 und 69:70 heran, vergab jedoch anschließend Chancen, das Spiel zu drehen. «Wir wussten, dass sie einen Lauf bekommen werden. Aber letztlich haben sie nie die Kontrolle über das Spiel übernommen», sagte Bryant.

Celtics-Kapitän Paul Pierce meinte: «Der Unterschied zwischen Sieg und Niederlage in einem Meisterschaftsspiel sind ein, zwei Spielzüge. Und wir haben diese Kleinigkeiten nicht gut gemacht, besonders zum Ende hin. Das hat LA ausgenutzt.» Pierce gab sich trotz der Niederlage zuversichtlich. Man habe immer noch keinen perfekten Basketball gespielt und dennoch die Chance zum Sieg gehabt. Vor dem vierten Finale am 10. Juni kündigte Bostons Kapitän selbstbewusst an: «Ich weiß, dass unser bester Basketball noch kommen wird - und zwar, bevor es zu spät ist.»