Brüssel (dpa) - Die Europäische Kommission hat die Forderungen Deutschlands und Frankreichs, bei den laufenden Finanzmarktreformen noch schneller voranzugehen, zurückgewiesen.

Die Behörde arbeite bereits mit Nachdruck und Eile an einem EU-Gesetz zu den umstrittenen Leerverkäufen, sagte die Sprecherin von Kommissionspräsident José Manuel Barroso am Mittwoch in Brüssel. «Wir haben bislang unterschiedliche Positionen der Mitgliedstaaten gehört, wir brauchen aber eine einheitliche europäische Reaktion.»

Zu Leerverkäufen und Kreditausfallversicherungen werde die Kommission «im Sommer Vorschläge machen». «Aber wir haben noch kein konkretes Datum. Wir befinden uns in engen Konsultationen mit allen Beteiligten.» Allgemein wollte die Behörde den Brief nicht als Kritik an ihrer Arbeit verstanden wissen. «Wir betrachten dies als Unterstützung für unsere europäische Herangehensweise.» Berlin und Paris fordern unter anderem, die Gesetzesvorschläge zu Derivaten und Kreditausfallversicherungen CDS noch vor dem nächsten EU- Finanzministertreffen am 13. Juli vorzulegen. Besonders zu den CDS dürfte dies kaum möglich sein; bislang ist September terminiert.

Im Gegenzug rief die Sprecherin die EU-Staaten und das Europaparlament auf, in der Frage der neuen EU-Finanzmarktaufsicht aus drei vernetzten Behörden sowie der Hedge-Fonds-Direktive schnell zu einem Kompromiss zu kommen. «Wir hoffen, dass das jetzt schnell vorankommt.»