Santa Clara (dpa) - Die Krise in der Computer-Branche ist vorbei, nun löst sich auch der Investitionsstau in den Unternehmen auf: Der weltgrößte Chiphersteller hat massiv davon profitiert und sein bestes Quartal in der Firmengeschichte eingefahren.

Der Umsatz stieg von April bis Juni im Jahresvergleich um 34 Prozent auf 10,8 Milliarden Dollar (8,5 Mrd. Euro). Das Unternehmen verbuchte dabei einen satten Gewinn von 2,9 Milliarden Dollar nach einem Verlust von knapp 400 Millionen Dollar vor einem Jahr, wie Intel am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte.

Die aktuellen Zahlen sind nach Angaben von Intel das beste Quartalsergebnis in der 42-jährigen Geschichte des Unternehmens. Auch für die kommenden Monate rechnet der weltgrößte Prozessorhersteller mit einem Anziehen des Geschäfts. Vor einem Jahr hatte allerdings eine Milliarden-Wettbewerbsstrafe der EU-Kommission die Quartalsbilanz verhagelt. Intel hatte nach einer Beschwerde des Konkurrenten AMD knapp 1,45 Milliarden Dollar zahlen müssen.

Im abgeschlossenen Quartal habe Intel übers ganze Geschäft hinweg Rekorde eingefahren, sagte Intel-Deutschland-Chef Hannes Schwaderer der Deutschen Presse-Agentur. Der Geschäftskundenbereich, der während der ungewissen Krisenzeit lange stagnierte, habe sich nun massiv erholt. «Die Investitionsstaus lösen sich deutlich auf.» In Deutschland sei die Nachfrage vor allem im Mittelstand bemerkenswert. Es würden wieder mehr Server nachgefragt, aber auch Netbooks und Notebooks. Vor allem neue stromsparende Rechner seien für die Kunden attraktiv, da mit ihnen viel Geld gespart werden kann.

Auch von der wachsenden Bedeutung des Internet profitiert Intel. Der Ausbau der nötigen Infrastruktur, für die auch Intels Prozessoren eingesetzt werden, habe in den vergangenen zwölf Monaten ein Wachstum von 180 Prozent erlebt, sagte Schwaderer.

Intel als mit Abstand weltgrößter Chip-Produzent mit einem stabilen Marktanteil bei mehr als 80 Prozent gilt als Trendbarometer der Technologie-Branche. Die Saison der Berichte zum zweiten Quartal hat gerade begonnen, Intel sorgt damit für einen optimistischen Ton.

Intel hatte wie viele andere Technologie-Unternehmen die weltweite Wirtschaftskrise zu spüren bekommen, auch wenn die IT-Branche vergleichsweise glimpflich davongekommen war. Vor allem Unternehmen hatten die Erneuerung ihrer Computer-Bestände aufgeschoben. Weltweit scheine jetzt aber die Krise durch zu sein, sagte Schwaderer. «Wir haben es schon die letzten vier Quartale mit Wachstum zu tun.» Die Unternehmen ersetzten derzeit nicht nur ihre alten PC-Bestände, sondern investierten auch deutlich in neue Infrastruktur. Die Daten sprächen dafür, dass in Deutschland die Krise sogar schneller vorbeigezogen sei als in der übrigen Welt.