München (dpa) - Präsident Uli Hoeneß vom FC Bayern München und Deutschlands Olympia-Chef Thomas Bach machen sich für einen Verbleib von Joachim Löw als Bundestrainer stark.

Hoeneß fordert in der am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des «Stern»-Magazins den Deutschen Fußball-Bund (DFB) auf, alles zu tun, damit Löw seinen Vertrag verlängert.

«Ich sehe wirklich die Gefahr, dass vieles kaputt gemacht wird, was in den letzten Wochen aufgebaut wurde, dass die Euphorie an den Verhandlungstischen zerstört wird. Deshalb muss es ganz einfach gelingen, dass Joachim Löw bleibt - und zwar zusammen mit seinem gesamten Team», schrieb Hoeneß in seinem Gastkommentar. Deshalb müsse es auch gelingen, dass Löw und Sportdirektor Matthias Sammer künftig an einem Strang ziehen.

Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Thomas Bach, schaltete sich via «Sport Bild» in die Löw-Debatte ein und appellierte an den Bundestrainer, seinen Vertrag bis zur Europameisterschaft 2012 zu verlängern. «Ich glaube, dass Löw die Früchte seiner guten Arbeit ernten will. Was wir bei der WM in Südafrika gesehen haben, war doch erst der erste große Schritt beim Aufbau einer neuen Mannschaft», sagte Bach.

Die attraktive Spielweise der Nationalmannschaft basiert laut Hoeneß auf dem Stil von Bayern München. «Unser Trainer Louis van Gaal hatte aus meiner Sicht einen großen Anteil am Erfolg. Diese Dominanz, diese Laufbereitschaft, diese Ballsicherheit, das hat van Gaal unserer Mannschaft in München vermittelt, und das haben Leute wie Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger oder Miroslav Klose nun in die Nationalmannschaft getragen», so der Bayern-Präsident, «Joachim Löw war klug genug, das zu übernehmen, und er hat das System noch verfeinert und an die Stärken seiner Spieler angepasst».

Von den Nationalspielern, die nicht beim FC Bayern tätig sind, preist Hoeneß nachdrücklich Arne Friedrich und Mesut Özil. Dem Bayern-Profi Schweinsteiger attestiert er, er habe sein Examen mit summa cum laude bestanden. Schweinsteiger sei, obwohl erst 25 Jahre alt, nicht nur ein gestandener Mann, sondern einer, dem man das deutsche Spiel im Zentrum auf Jahre hinaus anvertrauen könne.

Kritik übte der Bayern-Präsident an den vermeintlichen Superstars der WM. «Ich hatte bei fast allen Stars das Gefühl, dass sie diese WM nicht wirklich ernst nehmen. Nach dem Match der Elfenbeinküste gegen Portugal liefen Drogba und Ronaldo Arm in Arm vom Platz. In der Champions League könnte ich mir ein solches Bild nicht vorstellen», schrieb Hoeneß.