Berlin/Bonn (dpa) - Mit einem neuen E-Mail-Angebot will die Deutsche Post das Briefgeheimnis in die Internet-Ära bringen. Der am Mittwoch in Bonn vorgestellte E-Postbrief kostet allerdings das gleiche Porto wie der klassische Brief, 55 Cent. Kostenlos ist die Registrierung.

In den ersten Stunden sicherten sich nach Angaben eines Sprechers 30 000 Nutzer eine der neuen epost-Adressen. Vorstandsmitglied Jürgen Gerdes, zuständig für das Briefgeschäft, sagte am Mittwoch in Bonn, das Angebot richte sich an Privatkunden wie an Unternehmen. Als erste Geschäftskunden nannte er SAP, die Allianz, die Zürich Gruppe, Lotto Hessen und den ADAC. «Bisher hat die Post mit deutlich mehr als 50 Geschäftskunden Verträge abgeschlossen. Ein Vielfaches dieser Zahl ist in der Pipeline», sagte Gerdes.

Neben der Deutschen Post bieten auch andere Unternehmen wie die Deutsche Telekom, GMX und web.de das neue De-Mail-Verfahren an. Diese Anbieter haben angekündigt, die Gebühr für den Dienst deutlich niedriger festzulegen.

Mit dem E-Postbrief können Privatpersonen, Unternehmen und Verwaltungen sicher im Internet kommunizieren. Nutzer können unter www.epost.de ihre persönliche E-Postbrief-Adresse reservieren. In der Anlaufphase erhalten sie dann innerhalb weniger Tage mit gewöhnlicher Post einen Freischaltcode. Ab November wird dieser Code elektronisch zugestellt. Mit dem Ausdruck dieser Adresse und dem Personalausweis oder dem Pass müssen sich die Nutzer dann in einer Postfiliale identifizieren. Erst dann wird das Briefkonto freigeschaltet. So soll die Identität der Nutzer zweifelsfrei festgestellt werden.

Für Adressaten, die ein solches Konto nicht haben oder über keinen Internetzugang verfügen, gibt es den sogenannten Hybridbrief. Der Absender schickt seine Mail, diese wird dann automatisch gedruckt, kuvertiert und schließlich vom Postboten ausgetragen. «Wir erreichen jeden», sagte Gerdes. Auch Einschreiben sind elektronisch möglich, wahlweise mit oder ohne Rückschein. Sie kosten 1,60 Euro.

Die Post will mit dem Online-Brief nicht nur eine sichere E- Mail anbieten, sondern auch vernetzte Geschäftsmodelle. Teil des Angebots sollen auch Bezahldienste sowie ein «Dokumentensafe» zur langfristigen Archivierung der Briefe sein. Zum Beispiel könnte man eine Arztrechnung direkt via System begleichen, an die Krankenkasse weiterleiten und speichern. Der ADAC will mit dem Online-Brief unter anderem Gebrauchtwagen-Käufe oder die Mitfahrbörse sicherer machen. Bei Lotto Hessen wird man die Tippscheine elektronisch einschicken können.

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