Berlin (dpa) - Angesichts erheblicher Sorgen in der Bevölkerung sollen bei der Erprobung von unterirdischen Lagerstätten für klimaschädliches Kohlendioxid höchste Sicherheitsstandards gelten.

Das stellten Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) am Mittwoch in Berlin klar.

Mit dem Abtrennen von Kohlendioxid (CO2) und der Lagerung tief in der Erde soll der Ausstoß von Treibhausgasen der Industrie und bei der Kohleverstromung auf ein Minimum reduziert werden. Die Regierung hofft, dass die Technik ein Exportschlager wird. Ob die Technologie ab 2017 kommerziell genutzt wird, sei aber offen, betonte Röttgen.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace warnt vor unkalkulierbaren Risiken. Gäbe es ein Leck, das zum Entweichen hoher Mengen führt, drohe der Erstickungstod. Der Industrieverband BDI erklärte, derzeit sei Deutschland in dieser Technologie noch führend. Ohne zügige Erprobung sei dieser Vorsprung gefährdet.

Die große Koalition hatte sich 2009 in einem ersten Anlauf nach Protesten nicht auf ein solches Gesetz einigen können, mit dem auch eine EU-Richtlinie umgesetzt wird.

In einer Testphase soll zunächst die Menge des unter der Erde zu speichernden Kohlendioxids auf drei Millionen Tonnen jährlich pro Anlage beschränkt werden. Auch sollen keine Testspeicher gegen den Willen von Bundesländern geben. Kommunen, die solche Anlagen betreiben, sollen Ausgleichszahlungen bekommen.

«Wir haben mit diesem Gesetzentwurf den rechtlich und technisch maximalen Sicherheitsstandard festgeschrieben», sagte Röttgen. «Mehr geht nicht». Brüderle zufolge wird mit der Erprobungsphase offenen Fragen und den vielen Sorgen in der Bevölkerung Rechnung getragen. Auch würden Bürger an den Entscheidungsprozessen beteiligt. «Diese Erprobungsphase meinen wir ernst», sagte Röttgen.