Bonn (dpa) - «Big Buildings - Modelle und Ansichten» zeigt der renommierte Düsseldorfer Bildhauer Thomas Schütte ab 15. Juli in der Bundeskunsthalle in Bonn. Die Ausstellung konzentriert sich auf die seit mehr als 30 Jahren geführte Auseinandersetzung Schüttes mit der Kunst des Bauens.

Erstmals in begehbarer Größe sind das «Ferienhaus für Terroristen I» und «One Man House I» zu sehen. Neu ist - erst wenige Tage vor Ausstellungseröffnung vollendet - die Skulptur «Vater Staat». Die rund 60 Werke sind bis zum 1. November zu sehen.

Der 1954 geborene Schütte, dreimaliger documenta-Teilnehmer in Kassel, zählt international zu den wichtigsten Künstlern. Auf der Biennale in Venedig wurde er 2005 als bester Einzelkünstler ausgezeichnet.

«Ferienhaus für Terroristen» ist ein leichter Pavillon aus hellem Holz mit Fenstern aus transparenten Stoffen. Er scheint zu schweben. Über den Titel zu spekulieren bleibt dem Besucher überlassen. Schütte hat allerdings mal formuliert: «Jemand, der ein Haus besitzt, rennt nicht los und wirft Bomben».

Das «One Man House I» ist aus Stahlträgern gebaut und hat zwei Etagen. Die passenden Möbel hat Schütte ebenfalls entworfen und gebaut. Sie sind zur Zeit im Bonner Kunstmuseum in der Ausstellung «Der Westen leuchtet» zu bewundern. Der Künstler hat fünf solcher Häuser für einen Menschen entwickelt. Eines wurde 2007 in Frankreich realisiert. Ein Sammler hat sich das Haus an einem See unweit von Lyon bauen lassen.

Vor einer technischen Herausforderung standen die Ausstellungsmacher bei dem «Model for a Hotel». Von November 2007 bis Mai 2009 stand das Hotelmodell mit seinen 21 Etagen aus buntem Glas auf dem Trafalgar Square in London. Das verspielt wirkende Hotelmodell wiegt immerhin fast zehn Tonnen und besteht aus Scheiben aus Sicherheitsglas, die mit einem Stecksystem aus Aluminium aufeinander gebaut werden. Der Boden in der Bundeskunsthalle musste eigens verstärkt werden.

Flankiert werden die Architekturmodelle durch eine kleinere Auswahl an Aquarellen etwa aus den Blumenserien, aus den «Deprinotes» und den «Mirror Drawings». Witzig auch die Zeichnung «Im Ton vergriffen», in der eine zusammengestürzte Skulptur zu erkennen ist, der Noten entweichen.