Berlin (dpa) - DFB-Sportdirektor Matthias Sammer geht fest davon aus, dass Joachim Löw als Bundestrainer weitermacht. Ein eigenes mögliches Engagement als Cheftrainer sei für ihn kein Thema.

«Es ist erkennbar, dass Löw Freude hat, mit der Mannschaft zu arbeiten, die unter ihm eine positive Entwicklung genommen hat. Diese ist noch lange nicht abgeschlossen», erklärte Sammer in der Zeitung «Die Welt» und ergänzte: «Ich bin überzeugt, dass er verlängern wird.»

Darum befasse er sich auch nicht mit Dingen, «die spekulativ sind. Ich arbeite sehr gern als DFB-Sportdirektor», sagte der ehemalige DFB-Kapitän auf die Frage, was er machen würde, wenn Löw doch Schluss mache.

Löw ist «ein fester Bestandteil des Ganzen und sollte weitermachen», betonte Sammer. DFB-Präsident Theo Zwanziger hatte ihn allerdings im Falle eines Löw-Abschieds als Nachfolge-Kandidat eingeordnet. «Dr. Zwanziger hat diese Aussage schon bei meiner Präsentation 2006 getroffen, um zu signalisieren, dass der Verband nicht wieder so in Schwierigkeiten geraten will wie 2004 nach dem Rücktritt von Rudi Völler. Aber ich habe ja schon gesagt, dass ich fest mit Löws Vertragsverlängerung rechne», sagte Sammer.

Eigene Abschiedsgedanken für den Fall, dass nicht nur Löw, sondern auch Teammanager Bierhoff ihre Verträge mit dem Deutschen Fußball- Bund (DFB) bis 2012 verlängern würden, schloss Sammer aus. «Für mich ist das personenunabhängig. Ich beschäftige mich überhaupt nicht mit dem Gedanken, etwas aufzugeben, in das ich viel Herzblut investiert habe.» Ex-Teamchef Franz Beckenbauer hatte einen Schulterschluss zwischen Löw und Sammer gefordert. «Gegenseitiges Vertrauen ist unabdingbar. Aber es gibt keine Probleme mit Löw», versicherte der Sportdirektor.

«Alles, was ich angesprochen habe, ist unabhängig von Personen. Mir geht es nicht um Löw oder Sammer. Es geht darum, dass der DFB sich optimal aufstellt für die Zukunft», erklärte Sammer, der sich während der WM in Südafrika mit Kommentaren über das Nationalteam zurückgehalten hatte. Es habe viele Spekulationen gegeben, «die auch meine Person betrafen. Deshalb bin ich weder bei der WM aufgetaucht noch habe ich mich zu Wort gemeldet», begründete Sammer seine Zurückhaltung.

«Er hat der Mannschaft seine Handschrift verpasst und seine Vorstellungen vom attraktiven Fußball umgesetzt», sagte der gebürtige Sachse jetzt zu Löws Arbeit, betonte aber auch: «Er profitierte natürlich auch von der Nachwuchsarbeit im DFB, den Leistungszentren und vor allem der hervorragenden Arbeit der Trainer in der Bundesliga. Der FC Bayern beispielsweise hat durch seine Entwicklung großen Anteil am WM-Erfolg.»