Bremerhaven (dpa) - Pünktlich zum 30. Geburtstag des Alfred-Wegener-Institutes für Polar- und Meeresforschung (AWI) hat das Flaggschiff «Polarstern» das Ziel der aktuellen Expedition erreicht.

In der östlichen Framstraße im Arktischen Ozean werden die Wissenschaftler am Donnerstag jedoch nicht feiern sondern arbeiten, meldete die Besatzung des Forschungseisbrechers am Mittwoch aus der Nähe des Nordpols. Die Langzeituntersuchungen in der Framstraße gehören zu den Beiträgen des AWI, «die treibenden Kräfte und Prozesse im Klimageschehen zu entschlüsseln», sagte AWI-Direktorin Karin Lochte.

Konkret arbeiten die Forscher im sogenannten Hausgarten des Schiffes. Die dortigen Experimente gehören zu den Langzeitprojekten, mit denen das AWI wesentliche Grundlagendaten für die internationale Klimaforschung liefert. Bereits seit zehn Jahren finden in der östlichen Framstraße immer wieder Forschungen statt, so dass die Wissenschaftler einen kontinuierlichen Einblick in die Veränderungen des polaren Ökosystems durch den Klimawandel bekommen.

Mit derartigen Projekten in der Arktis und der Antarktis hat das AWI sich in den vergangenen 30 Jahren einen führenden Platz in der internationalen Klimaforschung gesichert. Mit den Professoren Peter Lemke und Hans-Otto Pörtner wurden zudem erneut zwei AWI-Mitarbeiter als Gutachter und Autoren in das Team für den nächsten Weltklimabericht berufen, der in drei Jahren erscheinen soll.

Das AWI ist am 15. Juli 1980 durch einen Beschluss des Bremer Senates als nationales Institut für Polarforschung gegründet worden. Nach der Wiedervereinigung übernahm das AWI auch die Polarforschung der ehemaligen DDR und gilt seither als eines der führenden Institute in seinen Fachgebieten.

Mittlerweile verfügt das AWI über einen Jahresetat von 120 Millionen Euro und rund 920 Mitarbeiter. Eine «Geburtstagsfeier» werde es nicht geben, sagte eine AWI-Sprecherin: «Arbeiten zur Erforschung des Klimawandels wie derzeit im Hausgarten haben für uns Vorrang.»

Hompage des Institutes