Stuttgart (dpa) - Sami Khedira zu Real Madrid? Serdar Tasci zum Hamburger SV? Und Mesut Özil im Visier von Manchester United oder des FC Barcelona? Fast täglich überschlagen sich nach der Fußball-WM die Transfergerüchte um deutsche Nationalspieler.

Zumindest Khedira und Özil haben sich in Südafrika auf die Wunschlisten der ganz großen Vereine gespielt. Die spanische Sportzeitung «Marca» nannte Khediras Wechsel nach Madrid sogar schon so gut wie perfekt. Und so schnell der VfB Stuttgart dies auch dementierte: Für die Clubs aus der Bundesliga werden ihre Top-Stars schwer zu halten sein.

Nach einem Bericht der «Bild»-Zeitung denkt Werder Bremen im Fall Özil bereits um. «Wir wollen gerne mit Mesut mittel- oder sogar langfristig verlängern. Ist das aber nicht möglich und es ergibt sich eine andere Situation, müssen wir uns damit auseinandersetzen», sagte Geschäftsführer Klaus Allofs dem Blatt. Das könnte bedeuten: Sollte ein Top-Angebot für den Spielmacher eingehen, würden die Bremer den 21-Jährigen wohl in diesem Sommer verkaufen.

Denn Werder und der VfB stecken im gleichen Dilemma. Die Verträge von Özil und Khedira laufen 2011 aus, eine Ablösesumme ließe sich für sie nur noch in diesem Jahr kassieren. Damit hätten die beiden Nationalspieler auch ein Druckmittel in der Hand, falls sie tatsächlich um ihre vorzeitige Freigabe bitten sollten.

«Bild» und die spanische Sportzeitung «AS» berichteten, dass die Stuttgarter Schmerzgrenze im Fall Khedira bei 15 Millionen Euro liege. «Marca» ging noch weiter. Unter der Überschrift «Totale Einigung» druckte die Zeitung eine Fotomontage von Khedira im Real-Trikot auf ihrer Titelseite ab. Sie schrieb, dass der 23-Jährige sich in Madrid mit Real-Trainer José Mourinho getroffen und geeinigt habe. Zudem sei er bereits über das Vereinsgelände Valdebebas geführt worden. Der VfB dementierte einen bevorstehenden Transfer sofort. «Es gibt weiterhin keinen Kontakt zu Real», sagte Vereinssprecher Oliver Schraft. Auch Khediras Berater Jörg Neubauer sagte gegenüber «Sport1» zu den Spekulationen: «Das ist Unsinn.»

Dafür könnten die Stuttgarter demnächst einen Anruf vom Hamburger SV erhalten. Nach übereinstimmenden Berichten des Fachmagazins «kicker» und des «Hamburger Abendblatt» möchte der HSV nach wie vor Serdar Tasci für seine Innenverteidigung verpflichten. Und im Gegensatz zum ebenfalls gehandelten Heiko Westermann (FC Schalke 04) soll der 23-Jährige in einem Gespräch mit seinem Berater Uli Ferber auch signalisiert haben, sich einen Wechsel vorstellen zu können. Zumal beim HSV sein ehemaliger Förderer Armin Veh als Coach tätig ist. Tascis Vertrag beim VfB ist aber noch bis 2014 gültig. Der Club hat damit eine viel bessere Verhandlungsposition als bei Khedira.

Stuttgarter und Bremer verbindet immerhin, mit einem eventuellen Verlust ihrer beiden Stars gut umgehen zu können. Der VfB hat für Khediras Position noch Christian Träsch, Zdravko Kuzmanovic und Christian Gentner unter Vertrag. Werder ist mit solchen Situationen besonders vertraut. «Wenn es so käme, hat Werder schon bei Micoud und Diego gezeigt, dass es immer einen adäquaten Ersatz gab. Wir haben genug kreative Spieler im Kader», sagte Özils Kollege Tim Borowski.