Basel (dpa) - Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat einen Gewinnanstieg von fast 20 Prozent eingefahren. Neben einer strikten Kostenkontrolle habe der Konzern im zweiten Quartal von der Nachfrage nach neuen Produkten profitiert, sagte Vorstandschef Joseph Jimenez am Donnerstag in Basel.

Der Konzern hofft, mit den jüngsten Neueinführungen die erwarteten Umsatzeinbußen durch auslaufende Patente wie für das Kernprodukt Diovan (Blutdrucksenker) in den kommenden Jahren mehr als wett machen zu können. An der Börse wurde die Quartalsbilanz mit einem Kursanstieg quittiert.

Der Überschuss kletterte im zweiten Quartal um 19 Prozent auf 2,437 Milliarden US-Dollar, während der Umsatz auf 11,716 Milliarden Dollar zulegte (Vorjahr: 10,546). Das operative Ergebnis stieg um ein Viertel auf 2,961 Milliarden Dollar.

Novartis macht bei der Übernahme des Augenmittelspezialisten Alcon Fortschritte. «Die Übernahme der Mehrheitsbeteiligung von 77 Prozent von Nestlé sollte Ende des dritten Quartals oder im vierten Quartal 2010 abgeschlossen werden», sagte Jimenez während einer Telefonkonferenz. Bisher stemmt sich der Ausschuss unabhängiger Verwaltungsräte von Alcon dagegen. Er fordert eine Aufbesserung des Angebots.

In seinem Pharmageschäft profitierte Novartis von der anhaltenden Nachfrage nach Krebsmedikamenten wie Glivec oder Femara, während der Umsatz des Blutdruckmittels Diovan fast auf Vorjahresniveau stagnierte. Jimenez bekräftigte den ausgezeichneten Ausblick für das Pharmageschäft, der größten Sparte des Konzerns.

Große Hoffnungen setzt der Pharmakonzern auf das orale Multiple-Sklerose-Mittel Gilenia. Ein Beraterausschuss der US-Arzneimittelbehörde FDA hatte die Tablette im Juni zur Zulassung empfohlen. Ob das Mittel letztendlich zugelassen wird, entscheidet die FDA am 21. September. Die Schweizer konkurrieren dabei mit dem Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck KGaA. Eine Tablette wäre für Patienten mit Vorteilen verbunden, denn alle derzeit zugelassenen Mittel müssen gespritzt werden.