Hohenzieritz/Berlin (dpa) - Sie war adlig, jung und schön und starb schon im Alter von 34 Jahren - die preußische Königin Luise. Anlässlich ihres 200. Todestages am 19. Juli können ihre letzten Tage jetzt an authentischem Ort nacherlebt werden: in Hohenzieritz, der Sommerresidenz des damaligen Herzogs von Mecklenburg-Strelitz.

Unter dem Titel «Luise - der Tod der Königin» hat die Kunsthistorikerin Friederike Drinkuth Dokumente und Ausstellungsstücke zum Werdegang der einstigen Prinzessin des Hauses Mecklenburg-Strelitz zusammengetragen, die zum Teil erstmals zu sehen sind. Die Schau im Kavaliershaus des Schlosses wird an diesem Montag mit einem Festakt des Landes Mecklenburg-Vorpommern eröffnet und geht bis zum 31. Oktober.

«Luise war die "Königin der Herzen", ähnlich wie später die englische Lady Diana», erklärt Drinkuth. Ihr Einsatz für Reformen in Preußen, als Patriotin und ihr früher Tod brachten ihr eine beispiellose Verehrung im Volk für ein Mitglied des Hauses Hohenzollern ein, wie Hans Joachim Engel, Preußenkenner und Leiter der Luisen-Gedenkstätte in Hohenzieritz, sagt. Doch die Besucher der Ausstellung sollen nicht den «Mythos Luise», sondern die Frau kennenlernen können. Dazu dienen Briefe von Angehörigen nach ihrem Tod, die erstmals zu sehen sind. Einige Absender pressten Blüten und Blätter vom Grabmal in Charlottenburg und sandten diese mit kurzen Zeilen an Luises Bruder Georg, dem späteren Großherzog von Mecklenburg-Strelitz.

In Hohenzieritz werden besonders die letzten drei Wochen im Leben Luises beleuchtet, in denen sich die Mutter von zehn Kindern nach dem kräftezehrenden Exil in Tilsit erholen wollte. Aber schon bei der Ankunft am 29. Juni 1810 im Sommerschloss mit dem englischen Landschaftspark begann die Königin zu fiebern. Drei Wochen später starb sie. Ihre Leiche wurde nach Berlin übergeführt. Am 30. Juli wurde sie, bei großer Sommerhitze, mit einer Trauerfeier im Berliner Dom beigesetzt.

«Der Sommer damals war ähnlich heiß wie 2010», sagt Drinkuth, «es staubte, und die Königin litt bereits seit längerem an Atmungsproblemen.» Wie aus den Unterlagen der Ärzte hervorgeht, die in Hohenzieritz in Auszügen zu sehen sind, litt die Königin an einer chronischen Bronchitis. Die Ausstellung zeigt, wie die Ärzte sie behandelten - unter anderem mit Aderlass und Blutegeln.

Besucher können an einer Zeittafel die Ereignisse eines jeden Tages nachverfolgen. Zur Schau gehört auch eine Totenmaske, die bereits am Morgen nach Luises Tod vom Bildhauer Christian Philipp Wolff (1772-1820) angefertigt und Vorlage für alle weiteren Büsten und Denkmale Luises wurde. Erstmals seit 70 Jahren werden Teile der ehemaligen Tür des Gartensaales gezeigt. Hier haben sich Luises Ehemann König Friedrich Wilhelm III sowie zahlreiche Verwandte Luises mit kurzen Handschriften verewigt. Im letzten Raum, an dessen Wände trauerschwarze Fäden hängen, wurden Verse bekannter Dichter wie Heinrich von Kleist angebracht, die ihre Trauer nach Luises Tod bekundeten.

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