Jena (dpa) - Biologen der Universität Jena ist ein weltweit einmaliger Zuchterfolg mit kuriosen Lurchen aus Kamerun gelungen: Die Forscher vermehrten westafrikanische Streifenwühlen, die sich in den ersten Lebensmonaten wie Kannibalen ernähren.

Die regenwurmähnlichen Jungtiere fressen die fett- und eiweißhaltige Haut ihrer Mutter, die allerdings nachwächst, teilte die Universität am Freitag mit.

Wie kleine Schlangen wühlen sich die Tierchen durch die Erde auf der Suche nach der Mutter. Wenn sie sie gefunden haben, legen sie sich eng an ihren Körper - und rammen ihre Zähnchen unaufhörlich in die Haut. Wegen des besonderen Gebisses des Nachwuchses bleibt die Mutter unverletzt. Diese Form der Brutpflege, die etwa zwei Monate dauert, konnten Biologen bisher nicht in Gefangenschaft beobachten.

Im Keller des Instituts für Spezielle Zoologie und Evolutionsbiologie leben etwa 30 Streifenwühlen (Geotrypetes seraphini). Von ihrer Zucht erhoffen sich die Forscher weitere Erkenntnisse über die Brutpflege bei Amphibien. Sie wollen außerdem die Evolution der Geschlechtsorgane von Wühlen untersuchen.