Stuttgart (dpa) - Florian Mayer und Lokalmatador Simon Greul haben beim Stuttgarter ATP-Turnier den Einzug ins Halbfinale trotz großartiger Gegenwehr verpasst. Vor allem Mayer bot gegen den Franzosen Gael Monfils bei seiner Dreisatz-Niederlage teilweise Weltklasse-Tennis.

«Ich bin enttäuscht, das war eine Riesenchance, ins Halbfinale einzuziehen», sagte der Daviscup-Spieler Mayer aus Bayreuth. Greul unterlag bei der mit 450 000 Euro dotierten Sandplatz-Veranstaltung dem Spanier Juan Carlos Ferrero mit 3:6, 5:7. «Er hat verdient gewonnen und viel besser gespielt als ich», sagte Greul nach der Hitzeschlacht auf dem Weissenhof bei über 50 Grad auf dem Center Court. «Ich hätte auch bei Regen und zehn Grad minus heute verloren.»

Mayer und Monfils boten den Zuschauern beim 7:5, 3:6, 4:6 einen spannenden Schlagabtausch. «Im ersten Satz habe ich ganz ordentlich gespielt. Dann hat mich mein Aufschlag verlassen», analysierte der 1,90 Meter große Schlaks aus Bayreuth. «Ich war vielleicht zu passiv und am Ende auch etwas müde.»

Nach dem guten Auftakt verließen Mayer bei der Gluthitze im zweiten Durchgang die Kräfte. Zwar gelang dem Weltranglisten-56. gegen den 39 Positionen besser postierten Franzosen nach dem Serviceverlust gleich das Re-Break zum 2:2. Aber Monfils nahm Mayer noch zweimal dessen Aufschlag ab und gewann sicher 6:3. Ähnlich verlief auch der entscheidende dritte Satz: erst Break, dann Re-Break zum 3:4. Und dann nutzte der in Stuttgart an Nummer 3 gesetzte Monfils gleich seinen ersten Matchball zum 6:4 nach insgesamt 2:10 Stunden Spielzeit.

Anders als bei seinem überraschenden Achtelfinalsieg gegen den Franzosen Gilles Simon hatte Greuls Freundin Klea dieses Mal mit ihrem Tipp daneben gelegen. Sie hatte auf einen 2:1-Satzerfolg ihres Lebenspartners gegen den ehemaligen Weltranglisten-Ersten Ferrero getippt. «Ich bin ihr nicht böse», sagte Greul abgekämpft, aber insgesamt zufrieden. «Ich freue mich, dass ich im Viertelfinale war. Ich hatte eine tolle Woche.»

Der 29 Jahre alte Weltranglisten-73. anerkannte die Überlegenheit Ferreros an. «Hauptgrund für meine Niederlage war der Gegner», sagte Greul. «Er hat wenig Fehler gemacht.» Sich selbst kreidete der Schwabe «ein, zwei dumme Fehler zu viel» an. Er rechtfertigte dies aber mit dem insgesamt hohen Niveau. Dann passiere so etwas eben.

Nach einem Break zum 2:4 war die Vorentscheidung für den ersten Satzverlust Greuls gefallen. Nun schien der Sieg des 30 Jahre alten Spaniers nur noch eine Formsache zu sein, zumal der Deutsche im zweiten Durchgang direkt seinen Aufschlag zum 0:1 abgab. Aber Greul kämpfte sich trotz eines 0:2-Rückstands zurück, nahm Ferrero dessen Service zum 2:2 ab und konnte das Match bis zum 5:5 offen gestalten. Dann kassierte er ein Break zum 5:6. Greul konnte danach zwar noch zwei Matchbälle abwehren. Aber nach insgesamt 77 schweißtreibenden Minuten war seine Hoffnung auf den zweiten Halbfinaleinzug auf der ATP-Tour nach Bukarest im Vorjahr vorbei.