Hamburg (dpa) - Am Kap geglänzt, an der Fußball-Börse gestiegen: Durch ihre starken Auftritte und den erfreulichen dritten Platz in Südafrika haben die deutschen WM-Kicker ihren Marktwert erheblich gesteigert.

Nach aktuellen Berechnungen von «transfermarkt.de» konnte der 23-köpfige DFB-Kader mit einem Plus von 13,7 Prozent seinen Marktwert auf insgesamt 332,5 Millionen Euro erhöhen. «Die deutsche Mannschaft hat sich bei der Weltmeisterschaft ganz hervorragend präsentiert», betonte Matthias Seidel, der Geschäftsführer und Chefredakteur des Internetportals, das die neuen Werte auf seiner Website verbreitete. Vor der WM hatte es beim DFB-Kader den Gesamtwert von 292,5 Millionen Euro ermittelt.

Shooting-Star Thomas Müller, der mit den Auszeichnungen als bester junger WM-Akteur und Torschützenkönig aus Südafrika zurückkehrte, ist der Aufsteiger im Aufgebot des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Sein Marktwert hat sich mehr als verdoppelt - von 10,0 auf 23,0 Millionen Euro. «Um ihn hat es auch nach der WM einen großen Hype gegeben. Bei Müller war die WM das i-Tüpfelchen einer hervorragenden Saison», sagte Seidel über den 20 Jahre alten Newcomer. Vor einem Jahr war er als Nobody noch mit den Bayern-Amateuren in der Provinz unterwegs.

Absteiger ist Mario Gomez, Müllers Teamkollege von Bayern München. Der WM-Edelreservist, der bei seinen wenigen Einsätzen auch noch enttäuschte, stürzte vom bisherigen Höchstwert (27,5) um 5,5 auf 22,0 Millionen Euro ab. «Bei ihm wurde eine erste Abstufung vorgenommen», erklärte Seidel nach einer Saison für Gomez voller Aufs und Abs sowie einer enttäuschenden WM. Seidels Team analysiert den Fußball-Markt und berücksichtigt bei der Festlegung des Markt- und nicht des Transferwerts auch Komponenten wie Nachfrage nach dem jeweiligen Akteur und dessen medialen Faktor. Hinzu kommt dessen über einen längeren Zeitraum erbrachte Leistung: Drei starke Spiele reichen nicht, um einen Marktwert nach oben oder unten schnellen zu lassen.

Deshalb wurden die Werte bei Miroslav Klose und Arne Friedrich, die nach einer mageren Saison-Leistung beim Jahreshöhepunkt zu den Leistungsträgern zählten, auch nicht großartig angepasst. «Hier muss man die weitere Entwicklung abwarten», sagte Seidel. Und erklärte: «Wenn Klose bei den Bayern wieder nur auf der Bank sitzt, dann ist der WM-Bonus schnell dahin.» Gleiches gelte etwa für Lukas Podolski.

Deren Stürmerkollege Gomez ist das einzige WM-Kadermitglied, bei dem der Wert sich verschlechtert hat. Zehn Auswahl-Kollegen sind dagegen laut transfermarkt.de zum Teil deutlich mehr wert als vor der WM, in der die Elf von Bundestrainer Joachim Löw im Halbfinale 0:1 am späteren Champion Spanien scheiterte. Am teuersten ist Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger, dessen Marktwert nun auf 35,0 Millionen Euro (+11,0) taxiert wird. Danach folgen Mannschaftsführer Philipp Lahm vom FC Bayern (28,0/+3,0) und der Bremer Mesut Özil (27,0/+7,0).