Peking (dpa) - Die beiden Export-Champions Deutschland und China wollen ihre Zusammenarbeit intensivieren und neues Vertrauen aufbauen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte am Freitag nach einem Treffen mit Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao in Peking.

«Wir werden unsere Beziehungen auf eine völlig neue Grundlage stellen». Wen sagte: «Wir sitzen im selben Boot.»

Erstmals seit fast 40 Jahren wurde wieder ein gemeinsames Kommuniqué verfasst. Das 28-Punkte-Papier sieht eine engere Zusammenarbeit in der Politik - speziell auch beim Klimaschutz - sowie in der Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft vor. Vieles davon bleibt im Bereich von Absichtserklärungen, doch wird der Wille zu einer besseren Kooperation demonstriert. Die Regierungschefs beider Länder wollen nun jährlich zu Konsultationen zusammenkommen.

Am Vormittag traf Merkel Staatspräsident Hu Jintao. Ihm hat sie dem Vernehmen nach noch einmal ihre Enttäuschung über die dünnen Ergebnisse der Weltklimakonferenz in Kopenhagen im vorigen Dezember deutlich gemacht. Mit Wen sprach Merkel nach eigenen Angaben auch über Menschenrechte. Sie vermied aber eine öffentliche Debatte. Sie zog sich mit vier Zivilisten zurück - darunter ein Jurist und ein Blogger, die ihr von einschneidenden Konsequenzen bei staatskritischem Verhalten berichteten.

Der weltgrößte Nutzfahrzeughersteller Daimler erhielt während des Merkel-Besuchs seine langersehnte Genehmigung für ein Lastwagen- Gemeinschaftsunternehmen in China. Dabei geht es um ein Investitionsvolumen von 800 Millionen Euro.

«Die chinesisch-deutschen Beziehungen haben die Probleme der internationalen Finanzkrise überstanden», sagte Wen. Seit einem Jahr arbeiteten beide Länder wieder enger zusammen.

2007 hatte Merkel mit ihrem Empfang des Dalai Lama, des geistlichen Oberhaupts der Tibeter, im Kanzleramt die chinesische Führung schwer verärgert. Tibet ist seit 1951 von China besetzt. Im Kommuniqué heißt es nun: «Die deutsche Seite bekräftigt ihr Festhalten an ihrer Ein-China-Politik und ihre Achtung der territorialen Integrität Chinas; dies würdigt die chinesische Seite.» Die Spannungen scheinen so endgültig vom Tisch zu sein.