Stuttgart (dpa) - Daimler-Chef Dieter Zetsche will dank des reißenden Absatzes von Luxusautos in China und den USA die Ziele für das Gesamtjahr nach oben schrauben. Auch bei Lastwagen hat der DAX-Konzern im Boomland China nach jahrelangem Hin und Her nun endlich einen Fuß in der Tür.

Demnächst dürfen die Stuttgarter dort mit ihrem chinesischen Partner Brummis bauen und verkaufen. Für das Gesamtjahr 2010 will Zetsche Ende Juli die Gewinnprognose noch einmal anheben, kündigte das Unternehmen am Freitag in Stuttgart an. Zuletzt hatte der Konzernlenker ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von mehr als vier Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Damit tut es Zetsche seinem bayerischen Konkurrenten Norbert Reithofer gleich: BMW hatte bereits Anfang der Woche seine Gewinn- und Verkaufsziele erhöht.

Grund für de Optimismus in Stuttgart sind ein erneuter Gewinnsprung und satte Erlöse im zweiten Quartal. Das EBIT stieg auf 2,1 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum hatten die Schwaben im operativen Geschäft noch einen Verlust von einer Milliarde Euro zu verkraften. Der Umsatz legte nach vorläufigen Zahlen von April bis Juni 2010 deutlich auf 25,1 Milliarden Euro zu (Vorjahr: 19,6 Mrd. Euro).

Zetsches Perle war auch im zweiten Quartal die Personenwagensparte. Mercedes-Benz Cars steuerte mit einem EBIT von knapp 1,4 Milliarden Euro (Vorjahr: minus 340 Millionen Euro) den größten Teil zum Gewinn bei. Vor allem die Verkäufe in China und den USA zogen im ersten Halbjahr spürbar an.

Aber auch die übrigen Sparten erzielten im zweiten Quartal durch die Bank operative Gewinne. Mit Lastwagen verdiente Daimler vor Zinsen und Steuern trotz einer weiterhin verhaltenen Nachfrage 300 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte hier noch ein Minus von mehr als einer halben Milliarde Euro gestanden.

Gemeinsam mit Foton Motors will Daimler künftig in den chinesischen Lkw-Massenmarkt einsteigen. Am Freitag bekam der weltgrößte Nutzfahrzeughersteller von der chinesischen Regierung endlich die lang herbeigesehnte Genehmigung für das Gemeinschaftsunternehmen. Das Potenzial ist groß - China war 2009 der weltweit größte Markt für Lastwagen mit fast drei Millionen verkauften Fahrzeugen.

Die Stuttgarter erwarten in den nächsten Monaten die noch fehlende Produktionslizenz der Behörden. Wann die Produktion starte, sei noch unklar, sagte eine Unternehmenssprecherin am Freitag. Die Fahrzeuge der mittelschweren und schweren Klasse sollen unter der Foton-Marke Auman verkauft werden. Geplant ist auch der Export in andere Schwellenländer.