Aachen (dpa) - Die schwarze Serie bleibt bestehen, und Ludger Beerbaum darf nicht beim Großen Preis starten: Für die deutschen Reiter bietet der CHIO in Aachen fast nur Enttäuschungen.

Beim Hauptspringen des vierten Turniertages gingen die Gastgeber erneut leer aus und mussten dem Schweizer Steve Guerdat zum Erfolg gratulieren. Bester deutscher Starter beim Preis von Nordrhein-Westfalen war Philipp Weishaupt (Riesenbeck) mit Souvenir auf Platz sieben. Sein Chef Ludger Beerbaum verpasste sogar die Qualifikation für den Höhepunkt am 18. Juli.

«Man merkt schon, dass die Decke dünn ist», sagte Bundestrainer Otto Becker: «Wir haben einige Ausfälle, das macht sich bemerkbar. Es fehlen die Alternativen für ganz vorne.» Die deutschen Topreiter hatten ihre besten Pferde im Nationenpreis eingesetzt und dort den zweiten Platz hinter Irland gesichert.

Am dichtesten dran war Christian Ahlmann (Marl), der mit Taloubet den mit Abstand schnellsten Ritt lieferte, aber einen Abwurf hatte und daher nur Zehnter wurde. Der siegreiche Guerdat benötigte im Stechen für seinen fehlerfreien Ritt mit Ferrari 44,04 Sekunden. Auf den Plätzen folgten der Kanadier Eric Lamaze mit Hickstead (44,16) und der Niederländer Albert Zoer mit Uraguay (0/44,91).

Beerbaum kam mit Chaman nur auf Rang zwölf und verpasste nach Angaben der CHIO-Veranstalter die Qualifikation für den Höhepunkt des größten Reitturniers der Welt. Vor allem die 18 Strafpunkte beim Nationenpreis kosteten den erfolgreichsten Reiter der vergangenen 20 Jahre die Teilnahme. Beerbaum hatte 1996, 2002 und 2003 in Aachen gewonnen.

«Das spiegelt so ein bisschen den Leistungsstand im deutschen Lager wieder», sagte Vize-Europameister Carsten-Otto Nagel (Wedel), der selbst das Stechen verpasste. «Wir machen ganz gut mit, aber so einen richtigen Sieger haben wir nicht.» Mit seinem Toppferd Corradina kam er nur auf Platz 25.

Beckers Priorität liegt «eindeutig auf der WM», daher war er mit etwas Abstand «sehr zufrieden» mit dem zweiten Platz der Mannschaft im Nationenpreis. Wie groß der Ehrgeiz der Team-Mitglieder ist, verdeutlichte Marcus Ehning. Der Weltcup-Sieger aus Borken musste in der zweiten Runde der Mannschaftswertung nicht mehr reiten, weil der zweite Platz sicher, der erste aber unerreichbar war, und sagte: «Mir wäre es lieber gewesen, wenn ich zwei Runden mit Fehlern gehabt hätte und wir gewonnen hätten.»