Bochum (dpa) - Das erste Etappenziel ist erreicht: Die deutschen Fußballerinnen sind bei der U-20-Weltmeisterschaft im eigenen Land vorzeitig ins Viertelfinale gestürmt und können weiter vom Titel träumen.

Drei Tage nach dem 4:2 im Eröffnungsspiel gegen Costa Rica besiegte das Team von Trainerin Maren Meinert Kolumbien verdient mit 3:1 (1:0). Vor 15 545 Zuschauern in Bochum schossen Alexandra Popp (21.) mit ihren dritten Turniertreffer, Sylvia Arnold (50.) und Marina Hegering (55.) den souveränen Erfolg heraus, mit dem die Elf ihre Favoritenstellung untermauerte. Der Gegentreffer durch Melissa Ortiz (81.) war nicht mehr als ein Schönheitsfehler.

«Ich bin glücklich, dass wir nach zwei Siegen das Viertelfinale erreicht haben, ganz zufrieden mit der Leistung der Mannschaft bin ich nicht. In der ersten Halbzeit hatten wir vor allem in der Offensive Probleme, in der zweiten Hälfte war es dann viel besser», analysierte Meinert die 90 Minuten. Der DFB-Auswahl (6 Punkte) genügt zum Vorrundenabschluss am 20. Juli in Augsburg gegen Frankreich (4) ein Unentschieden, um als Sieger der Gruppe A in die K.o.-Runde einzuziehen. «Unser Ziel ist ganz klar, Gruppen-Erster zu werden», bekräftigte Meinert.

Als Gruppen-Erster würde Deutschland im Viertelfinale wieder in Bochum (24. Juli) spielen und auf den Zweiten der Gruppe B treffen. Dort sicherte sich Nordkorea (6 Punkte) mit dem 2:1-Erfolg über Neuseeland in Bielefeld ebenfalls schon das Viertelfinal-Ticket. Die besten Aussichten auf den Einzug in die K.o.-Runde haben die Schwedinnen (4), die 1:1 gegen Brasilien (1) spielten. Neuseeland ist nach zwei Niederlagen aus dem Rennen.

Meinert konnte gegen Kolumbien wieder auf die zuletzt fehlende Spielmacherin Dzsenifer Marozsan (Potsdam) zurückgreifen, musste aber die Abwehr umbauen. Für Tabea Kemme (Muskelverhärtung) und A-Nationalspielerin Bianca Schmidt (Rot-Sperre) rückten Inka Wesely und Stefanie Mirlach auf die Außenverteidiger-Positionen. Die 20-Jährige von Bayern München hatte auch die erste große Möglichkeit, doch Mirlachs Kopfball strich knapp am Tor vorbei.

Nach einem Distanzschuss von Kim Kulig (13.) über das Gehäuse machte es Popp besser: Mit einem platzierten Linksschuss ließ die Duisburger A-Nationalspielerin Kolumbiens Torhüterin Paula Forero keine Chance. Popp hatte bereits zweimal gegen Costa Rica getroffen.

Gegen den robusten WM-Neuling kontrollierte die DFB-Elf das Geschehen und ließ kaum Torchancen zu. DFB-Torfrau Almuth Schult wurde nur bei einem Schuss von Yorely Rincon (59.) ernsthaft geprüft Der Spielaufbau lief mit der agilen Marozsan besser, auch wenn es zuweilen im Abschluss noch haperte. Das 2:0 von Arnold nach Vorarbeit von Popp war die Vorentscheidung, ehe Hegering mit ihrem zweiten Turniertor nur fünf Minuten später alles klar machte.