Paris (dpa) - Superstar Usain Bolt hat das erste Saison-Duell mit seinem Dauerrivalen Asafa Powell klar gewonnen.

Der Olympiasieger und Weltrekordler aus Jamaika blieb beim Diamond-League-Meeting in Paris über 100 Meter in 9,84 Sekunden nur 2/100 über seiner Jahresweltbestzeit. Landsmann Powell musste sich im neunten 100-Meter-Duell mit Bolt bereits zum achten Mal geschlagen geben: 9,91 Sekunden reichten dem Ex-Weltrekordler wieder nur zum zweiten Platz. Yohan Blake (9,95) machte den Dreifach-Erfolg der jamaikanischen Sprinter perfekt.

Für das herausragende Resultat im Stade de France sorgte Hürdensprinter David Oliver, der mit US-Rekord von 12,89 Sekunden nur um 2/100 über dem Weltrekord des in Paris fehlenden Kubaners Dayron Robles blieb. Der Amerikaner legte den viertbesten Lauf über 110 Meter Hürden in der Geschichte der Leichtathletik hin. Fünf Jahresweltbestleistungen krönten die Gala im Stade de France.

Zum Auftakt des Meetings hatte 400-Meter-Olympiasieger Jeremy Wariner seine Siegesserie fortgesetzt, die beiden einzigen Deutschen enttäuschten dagegen: Diskuswerferin Nadine Müller (Halle/Saale) und Kugelstoßerin Nadine Kleinert (Magdeburg) mussten sich mit fünften Plätzen begnügen. Jeweils 2500 Dollar Preisgeld deckten aber wohl mehr als die Reisekosten.

EM-Hoffnung Müller blieb beim Sieg der Kubanerin Yarelis Barrios (65,53) mit 61,73 mehr als sechs Meter unter ihrer Weltjahresbestleistung. Kleinert hatte mit 18,43 Metern ebenfalls einen großen Rückstand auf Siegerin Nadeschda Ostaptschuk (Weißrussland/20,78). Die beiden Deutschen müssen bereits am Samstag bei den nationalen Meisterschaften in Braunschweig wieder in den Ring.

Wariner blieb in 44,49 Sekunden acht Hundertstel unter seiner eigenen Jahresweltbestzeit. Für den vierten Sieg bei seinem vierten Diamond-League-Start kassierte der 26 Jahre alte Amerikaner 10 000 Dollar. Für weitere Saisonbestmarken sorgten der Kenianer Brimin Kipruto in 8:00,90 Minuten über 3000 Meter Hindernis und 5000-Meter-Weltmeisterin Vivian Cheruiyot (Kenia) in 14:27,41.

Stabhochspringer Renaud Lavillenie bot den Zuschauern bei seinem «Heimspiel» in St. Denis eine tolle Show: Der Franzose ließ zum Schluss sogar 6,07 Meter auflegen - diese Höhe hat außer Weltrekordler Sergej Bubka noch kein Stabartist bezwungen. Den Sieg sicherte sich der in dieser Saison noch ungeschlagene Lavillenie mit 5,91 Metern.