Berlin/Livigno (dpa) - Erneut ist die deutsche Fernseh- und Filmwelt mit einem Tod konfrontiert, mit dem keiner rechnete. In der Nacht zum Mittwoch ist im Alter von 40 Jahren der Schauspieler Heinrich Schmieder gestorben. Er wurde einem breiten Publikum als Kommissar an der Seite von Sabine Postel im Bremer «Tatort» bekannt, in dem er Ende der 90er Jahre bis 2001 mitspielte.

Sein Tod gab zunächst Rätsel auf. Schmieder wurde in seinem Hotelzimmer im norditalienischen Livigno gefunden. Er war seit ein paar Tagen als Freizeitsportler bei einem Mountainbike-Rennen unterwegs. Für seine Frau, die mit den beiden Kindern in München geblieben war, ein Schock.

Der Tod des Mimen mit den stahlblauen Augen ist innerhalb eines Monats der zweite Todesfall eines vielversprechenden und vergleichsweise jungen Schauspielers. Am 23. Juni war Frank Giering («Funny Games») mit 38 Jahren an einer Gallenkolik gestorben.

Schmieders Agentin erfuhr erst am Mittwochmittag vom Tod ihres Schützlings. Den Tränen nahe bestätigte sie, dass Schmieder leblos in seinem Bett gefunden worden war. Sein Teampartner hatte ihn entdeckt. Ein Notarzt habe nur noch den Tod feststellen können. Die Ursache blieb zunächst unklar.

Der Rennleiter Uli Stanciu vom 13. Craft Bike Transalp, das noch bis zum 24. Juli dauern soll, sagte: «Wir sind geschockt von dieser tragischen Nachricht. Wir fühlen mit der Familie und den Angehörigen Schmieders, denen unsere tiefe Anteilnahme und herzliches Beileid gilt.»

Schmieder selbst war noch vor dem Start des Rennens auf der Website «alpha-bikes.de» als begeisterter Extremsportler zitiert worden: «Das wird meine größte Herausforderung.» Demnach hatte der Schauspieler, der in zahlreichen TV-Serien sowie in Kinofilmen («Der Untergang») oder Fernsehfilmen («Die Bubi-Scholz-Story») mitwirkte, seit November trainiert. Über die Alpenüberquerung sagte er: «Ich bin großer Mountainbike-Fan und habe mir vorgenommen, da einmal mitzufahren. Diesen Traum verwirkliche ich mir in diesem Jahr.» Dafür hatte er sich extra freigenommen: «Um teilnehmen zu können, habe ich sogar Drehs verschoben und mir bei meiner Agentur drehfrei geblockt.»

Schmieder stammte aus Schwäbisch Hall und war der Sohn albanisch- banatdeutscher Einwanderer. Für seine Rolle als Kommissar Forchert in der Komödie «Männer Häppchenweise» war er 2003 für den Deutschen Fernsehpreis nominiert. Der Kurzfilm «Der Verdacht», in dem er maßgeblich mitwirkte, gewann 2008 den Deutschen Kurzfilmpreis.