Kirkel (dpa) - Weniger Rabattaktionen, mehr Kundenservice: Nach einem wetterbedingten schwachen Start im ersten Halbjahr setzt die Baumarktkette Praktiker weiterhin darauf, durch konsequenten Umbau des Konzerns besser ins Geschäft zu kommen.

Eines der Ziele des Programms «Praktiker 2013» sei es, «verlorenes Vertrauen» der Kunden zurückzugewinnen, betonte der Vorstandschef der Praktiker Bau- und Heimwerkermärkte Holding AG, Wolfgang Werner, bei Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal 2010 am Donnerstag im saarländischen Kirkel.

Im zweiten Quartal hat der Konzern erneut Rückgänge bei Umsatz und Gewinn hinnehmen müssen. Die Erlöse sanken im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,6 Prozent auf 1,04 Milliarden Euro. Der Gewinn ging unter dem Strich um rund ein Viertel auf 25,8 Millionen Euro zurück. Das operative Ergebnis (EBITA) fiel von 68,1 Millionen auf 52,2 Millionen Euro.

Bereits in den ersten drei Monaten des Jahres hatte Praktiker angesichts des harten Winters und der Wirtschaftsschwäche in Ost- und Südosteuropa einen Umsatzrückgang von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum verbucht.

Mit dem Programm «Praktiker 2013» will sich das Unternehmen neu aufstellen. Dabei soll die Organisationsstruktur radikal verschlankt und gleichzeitig die Kundenzufriedenheit gesteigert werden. Im zweiten Halbjahr soll es laut Werner pauschale Rabattaktionen («20 Prozent auf alles») nur noch an etwa einem Dutzend Tagen geben.

Dafür wolle Praktiker durch dauerhaft niedrige Preise seine Position als «Preisleistungsführer» verteidigen und bessere Konditionen bei Umtausch und Garantie gewähren. Die Strategie werde schon in bundesweit elf «Konzeptmärkten» erprobt, meinte Werner.

Praktiker betreibt 440 Märkte in zehn Ländern, davon 333 in Deutschland. Die meisten inländischen Filialen laufen unter dem Namen Praktiker, 78 unter dem Label Max Bahr.