Hockenheim (dpa) - Sebastian Vettel hat die erste Kraftprobe mit seinen Titelrivalen in Hockenheim gewonnen. Der Formel-1-Pilot aus Heppenheim verpasste beim Training die Tagesbestzeit nur hauchdünn um 0,029 Sekunden und wurde als bester Deutscher hinter Ferrari-Fahrer Fernando Alonso Zweiter.

«Das war ein guter Tag für uns. Wir sind gut dabei», befand der Red-Bull-Star. Stallrivale Mark Webber musste sich hinter Felipe Massa mit Rang vier begnügen. Einen Dämpfer setzte es für WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton. Der McLaren-Pilot krachte schon bei der ersten Trainingsfahrt nach nur acht Runden in einen Reifenstapel. «Das Auto ist schwer beschädigt», meldete der Brite via Boxenfunk. Wegen der notwendigen Reparaturarbeiten verpasste der 25-Jährige die zweite Übungseinheit am Nachmittag fast komplett. Erst zwölf Minuten vor Schluss konnte er die Box verlassen und wurde Siebter.

Auch sein Teamkollege Jenson Button kam nicht in Fahrt. Der Gesamt-Zweite landete lediglich auf Rang 15. Dennoch muss sich Vettel beim Großen Preis von Deutschland am 25. Juli erneut auf kräftige Gegenwehr des McLaren-Duos einstellen. «Wir haben mehr Erfahrung, und wahrscheinlich ist auch das Klima im Team besser», sagte Button der Internetausgabe des Fachmagazins «Auto, Motor und Sport». Mit 133 Zählern liegt der Titelverteidiger in der Gesamtwertung zwölf Punkte hinter seinem McLaren-Teamkollegen.

Vettel rangiert mit 121 Punkten auf Rang vier hinter Webber (128), mit dem er sich zuletzt auf und neben der Strecke unnötige Scharmützel lieferte. «Was geschehen ist, ist Vergangenheit. Wir wollen dieses Rennen gewinnen und für positive Nachrichten sorgen», beteuerte der Deutsche.

Trotz eines Ausritts durch das Kiesbett zeigte sich der Hesse gewohnt gelöst und nahm sich direkt nach seinen Übungsfahrten sogar lächelnd Zeit für die Fragen einer Kinder-Reporterin. Mit Blick auf WM-Konkurrent McLaren warnte der 23-Jährige: «Sie hatten einen schwierigen Tag, aber sie werden zurückkommen.»

Nicht einfach war der Tag allerdings auch für den Rest des Feldes. Am Vormittag störte Dauerregen die Auftaktrunden der Königsklasse, Gift für die Abstimmungsarbeit der Ingenieure. Der Gräfelfinger Adrian Sutil nutzte die schwierigen Bedingungen und bewies als Schnellster im Force India seine Fahrkünste auf nasser Strecke.

Im Trockenen ordnete sich Sutil vier Stunden später auf Platz 14 ein. Der Wiesbadener Nico Rosberg wurde im Mercedes Fünfter vor Rekordweltmeister Michael Schumacher, der im zweiten Silberpfeil am Vormittag noch mit Rang 23 enttäuscht hatte. «Auch beim Heimspiel gibt es keine Geschenke - aber wir arbeiten in die richtige Richtung und unsere Zeiten bei der Rennsimulation sahen ganz ordentlich aus», meinte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.