Stuttgart (dpa) - Fredi Bobic soll neuer Sportdirektor werden, Sami Khedira entscheidet über seinen möglichen Wechsel zu Real Madrid: Beim Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart stehen zwei seit Wochen diskutierte Personalfragen kurz vor der Klärung.

«Ich werde mich spätestens in der nächsten Woche entscheiden», sagte Khedira der «Bild»-Zeitung. «Real Madrid ist der größte Club der Welt und José Mourinho einer der erfolgreichsten Trainer der Welt. Würde ich mich nicht ernsthaft mit einem Wechsel beschäftigen, hätte ich von vornherein keinen Kontakt zugelassen.» An keinen anderen Verein hätte er zu diesem Zeitpunkt einen Gedanken verschwendet. Noch sei aber alles offen, meinte der 23-Jährige.

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge denkt Khedira aber auch über einen Wechsel in einem Jahr zum FC Bayern München nach. Sein Vertrag beim VfB läuft 2011 aus. Dann könnte er ablösefrei gehen. In diesem Sommer dürfte der VfB dagegen noch auf eine Transfersumme von rund 15 Millionen Euro für ihn hoffen.

Das Interesse von Real Madrid hat bei Khedira Eindruck gemacht. «Mourinho hat mich schon immer fasziniert», sagte er. Der Starcoach aus Portugal lasse einen Fußball spielen, «mit dem ich mich am meisten identifizieren kann: taktisch perfekt, schnell, vorne eiskalt zuschlagen, kompakt aus einer guten Defensive. Nur so kann man heutzutage erfolgreich sein».

In der Managerfrage soll sich Bobic nach Informationen der «Stuttgarter Nachrichten» und der «Stuttgarter Zeitung» gegen die ebenfalls gehandelten Andreas Müller, Gerhard Poschner und Karl-Heinz Riedle durchgesetzt haben. «Ich bin weiter in Gesprächen mit dem VfB. Es ist alles sehr positiv. Ich glaube, dass eine Entscheidung in der nächsten Woche getroffen wird», sagte der 38-Jährige der Nachrichtenagentur dpa. Ohne Bobic' Namen zu nennen, bestätigte VfB-Präsident Erwin Staudt den «Stuttgarter Nachrichten»: «Alles ist vorbereitet, jetzt kann alles sehr schnell gehen.»

Der ehemalige Nationalstürmer steht noch bis 2014 bei Chernomorets Burgas unter Vertrag. Von dem bulgarischen Club hat Bobic jedoch die Zusage, den Verein bei einem Angebot aus der Bundesliga verlassen zu dürfen. Der VfB sucht einen Nachfolger für Horst Heldt, der zum FC Schalke 04 gewechselt ist. Unterschrieben ist aber noch nichts.

Sollte sich Bobic tatsächlich mit dem VfB auf eine Zusammenarbeit einigen, würde der Europameister von 1996 nach elf Jahren zu seinem Ex-Verein zurückkehren. Zwischen 1994 und 1999 erzielte er in 148 Bundesliga-Spielen 69 Tore für die Schwaben und zählte zum legendären «magischen Dreieck» mit Giovane Elber und dem heutigen Burgas-Trainer Krassimir Balakow. Gemeinsam wurden sie 1997 DFB-Pokalsieger.