New York (dpa) - Erst präsentierte er sich volksnah, dann als Vollstrecker - und schon am ersten Tag wurde er zum Liebling der Fans. Trotz der 1:2-Niederlage im Freundschaftsspiel gegen Tottenham Hotspur war Fußballprofi Thierry Henry bei seinem Debüt für die New York Red Bulls der gefeierte Star.

«Der Empfang war wunderbar, einfach unglaublich. Und es ist mir immer wichtig, dass ich mich daheim fühle», betonte der Franzose. Die Millionen-Metropole wird die kommenden viereinhalb Jahre sein Zuhause sein. Einen Vertrag bis Ende 2014 hatte Henry in der Vorwoche bei den Red Bulls unterschrieben. Er wolle Titel gewinnen, hatte er bei seiner Vorstellung klargestellt und somit jeglichen Vermutungen von einem ruhigen Karriere-Ausklang in Manhattan widersprochen.

Entsprechend erwartungsfroh pilgerten 20 312 Zuschauer zur neuen Red-Bull-Arena in Harrison, etwas außerhalb von New York. Diejenigen, die die Bahn nahmen, kamen bereits auf dem Weg ins Stadion mit dem neuen Superstar ins Gespräch. Denn auch Henry nahm den Zug. «Es ist der schnellste Weg zur Arena, deshalb bin ich mit der Bahn gefahren. Es war cool», erklärte er.

Cool wie zu seinen besten Zeiten im Trikot von Arsenal London oder des FC Barcelona gab sich der 32-Jährige auch anschließend auf dem Rasen. Zunächst scheiterte er freistehend an Tottenham-Torwart Carlo Cudicini (7. Minute), zeigte dann jedoch in der 26. Minute seine ganze Klasse. Instinktiv sprintete Henry in den Strafraum und staubte eine flache Hereingabe von Joel Lindpere mit der Schuhsohle unhaltbar ins lange Eck ab.

Für Arsenal hatte er in seinen acht Jahren in elf Spielen fünfmal gegen Tottenham getroffen. Auch wenn er seit drei Jahren nicht mehr für die «Gunners» spielt, Partien und Tore gegen den Erzrivalen aus dem Londoner Norden, das hatte Henry im Vorfeld betont, sind für ihn immer noch etwas Besonderes. Und so lief er nach seinem Treffer kopfnickend vor der Tribüne entlang, schlug sich zweimal mit der flachen rechten Hand auf die Brust und ließ sich von Fans und Mitspielern feiern.

«Er wird ein Hit hier in New York, da bin ich mir sicher. Er ist immer noch ein Weltklasse-Spieler und könnte bei jedem Team der Premier League spielen», meinte Tottenham-Trainer Harry Redknapp. «Wir reden hier über einen Weltklasse-Spieler. Er kann sich in 1:1- Situationen durchsetzen und sich selbst in Szene setzen - das wird künftig den Unterschied ausmachen», sagte Red Bulls-Coach Hans Backe.

Der Schwede nahm seinen Superstar wie vereinbart zur Pause vom Platz. Henry hatte zuvor nur vier Trainingseinheiten mit seinem neuen Team absolviert. Er arbeite hart an seiner Fitness, aber für 90 Minuten reiche es noch nicht, betonte er. Dass Tottenham die Partie durch Treffer von Robbie Keane (62.) und Gareth Bale (72.) noch mit 2:1 gewann, änderte weder etwas an der Stimmung noch den Standing Ovations für den Franzosen.